Unterfarbe
Englisch: underprint
Farbzugabe unter schwarzen Bereichen zur Erzeugung tieferen Schwarz und Vermeidung der Papiersättigung
Unterdruckfarbe: farbige Tinte unter Schwarz zum Schutz des Papiers vor Beschädigungen
Unterdruckfarbe ist eine Technik im Offset- und Flexodruck, bei der hellere Farbtöne, typischerweise Cyan, Magenta und Gelb, vor der schwarzen Druckschicht auf das Substrat aufgebracht werden. Das schwarze Druckbild wird dann auf dieser farbigen Grundlage platziert. Das Ergebnis ist ein tieferes, kräftigeres Schwarz als reines schwarzes Druckfarben allein erreichen könnten, und gleichzeitig schützt die Unterdruckfarbe das Papier vor der übermäßigen Wasser- und Druckfarbensättigung, die durch flächiges Vollschwarz in maximaler Dichte entstehen würde.
Der Hauptzweck ist, die mechanische und chemische Belastung durch Übersättigung zu vermeiden. Papier hat eine Grenze für die Menge an Druckfarbe und Feuchte, die es aufnehmen kann, ohne dass seine Formstabilität, Oberflächenfinish oder Strukturintegrität beschädigt wird. Beim Druck großer schwarzer Flächen ist das klassische Verfahren mit reiner schwarzer Druckfarbe sehr tintenintensiv. Dies sättigt die Papierfasern und kann zu Wellenbildung, starkem Durchschlag auf der Rückseite oder verzögertem Trocknen führen. Durch das Vordrucken mit helleren Farben zunächst ist die schwarze Druckschicht auf einem bereits gefüllten Substrat aufgelagert und benötigt deutlich weniger Gesamttintenmenge.
Die Unterdruckschicht verwendet normalerweise 60 bis 80 Prozent der Standard-Druckfarbendichte für diese Farben, das Schwarz wird dann oben mit reduzierter Stärke aufgedruckt. Häufige Unterdruckkombinationen sind ein Mix aller drei Prozessfarben (CMY) oder manchmal nur Cyan und Magenta. Die genaue Mischung hängt vom gewünschten Schwarzton ab. Ein wärmeres Schwarz kann mehr Magenta in der Unterdruckfarbe nutzen; ein kühleres Schwarz könnte Cyan betonen. Der Farbauftrag muss beim Maschinenstrich sorgfältig gesteuert werden, denn die Unterdruckfarben müssen ausreichend trocknen, bevor das schwarze Druckbild aufgedruckt wird, sonst entstehen übermäßiger Farbauftrag und Tonwertzunahme.
Unterdruckfarbe im Druckprozess
Unterdruckfarbe wird bereits in der Farbseparation und Druckvorstufe festgelegt. Die digitale Datei wird analysiert, um Volltonfarben-Schwarzflächen und größere schwarze Texte oder Grafiken zu identifizieren. Dann erzeugt die Separationssoftware separate Platten oder Kanäle für die Unterdruckfarben und das schwarze Druckbild. In der Druckerei bedeutet dies zusätzliche Druckwerke auf einer Mehrfarbemaschine oder einen zweiten Druckgang durch eine kleinere Presse. Es erfordert sorgfältige Registergenauigkeit, besonders bei Text; jede Abweichung zwischen Unterdruckfarbe und schwarzem Druckbild verursacht Farbsäume oder Farbversatz, der das Druckergebnis ruiniert.
Unterdruckfarbe ist vor allem im Offsetdruck von Verpackungen, Büchern und großformatigen Drucksachen verbreitet, wo Farbgenauigkeit und Papierschonung wichtig sind. Im Digitaldruck ist sie weniger notwendig, da dort bereits geringere Tintenmenge Standard ist. Auf gestrichenen Papieren reduziert Unterdruckfarbe das Risiko von Farbdurchschlag und verbessert die Farbgleichmäßigkeit über die gesamte Druckfläche. Die Technik ist für den Leser unsichtbar, ihre Abwesenheit wird aber schnell deutlich, wenn schwarze Flächen Wasserspuren, Trocknungsprobleme oder dieses typische flache, kraftlose Schwarz aufweisen, dem die Tiefenwirkung fehlt.