Naseneisen
Englisch: nose bit
Ein Bohrer ähnlich einem Hohlmeißel, aber mit einer Schneidkante auf einer Seite seines Boherendes.
Nasenbohrer: ein Meißelbohrer zum Bohren und Unterschneiden
Ein Nasenbohrer ist ein Bohrwerkzeug mit einer flachen, abgewinkelten Schneidfläche auf einer Seite seiner Spitze. Er ist dazu bestimmt, Löcher zu bohren und eine Stufe oder ein Unterschnitt innerhalb des Loches zu fräsen. Anders als ein normaler Spiralbohrer, der zur Mittelpunktspitze verläuft, hat ein Nasenbohrer eine ausgeprägt asymmetrische Spitze: eine Seite ist scharf und angeschrägt, die andere Seite ragt leicht länger heraus. Diese Geometrie ermöglicht es, senkrecht zur Bohrachesenrichtung zu schneiden. Das ist nützlich beim Anfertigen von Stufenbohrern, Ausnehmungen oder blinden Taschen, bei denen eine Stufe in exakter Tiefe geschnitten werden muss.
Das Werkzeug wird mit einer Bohrwinde oder von Hand mit einem Bohrer in der traditionellen Zimmerei angetrieben oder mit einer Bohrmaschine für Serienfertigung. Der Bearbeiter stellt den Bohrer auf die erforderliche Tiefe ein, und die Seitenschneidekante schert Holzfasern parallel zur Bohrrichtung, während der Bohrer sich dreht. Die Konstruktion macht es besonders wertvoll beim Schaffen der versenkten Löcher, die für Holzschrauben mit Tellerunterlagen nötig sind, oder zum Unterschneiden um ein Dübelloch herum, um eine mechanische Verriegelung zu schaffen.
Gängige Formen und Grenzen
Nasenbohrer werden üblicherweise mit einem Stahlschaft und Schneiden hergestellt, die auf 45 bis 55 HRC gehärtet sind. Die Größen reichen von etwa 1/4 Zoll bis 1 Zoll Durchmesser. Das Werkzeug erfordert sichere Handhaltung oder starre Maschinenaufspannung, denn die dezentrierte Schneidwirkung kann ein Drehmoment erzeugen, das das Werkstück verdrehen kann, wenn es zu locker gehalten wird. Der Vorschub muss gleichmäßig sein, um Ausrisse beim Seitenschnitt zu vermeiden, besonders im durchwachsenen oder querfaserigen Holz.
Der Nasenbohrer ist mit dem Aufkommen der Forstnerbohrer im allgemeinen Gebrauch zurückgegangen, da diese eine bessere Kontrolle und sauberer flachbödige Löcher bieten. Er bleibt aber wertvoll in Fällen, wo Unterschnitte oder ein bestimmtes Stufenprofil nötig sind und wo die Kosten oder Größe eines Forstnerbohrers nicht gerechtfertigt sind. Der Begriff kommt in modernen Handbüchern seltener vor, wird aber immer noch von Handwerkzeugtischlern und denen erkannt, die mit historischen Maschinen arbeiten.