one engine in steam
Ein Grundsatz bei der Eisenbahnsignaltechnik, bei dem nur ein Zug oder eine Lokomotive gleichzeitig auf einem Streckenabschnitt einer Eingleisigkeit, etwa einer Stichstrecke, fahren darf.
ein Triebwagen im Dienst: Sicherheitssperre für eingleisige Strecken
Ein Triebwagen im Dienst ist ein Blockierungsprinzip der Eisenbahn, das nur einer Lokomotive oder einem Zug gestattet, einen eingleisigen Streckenabschnitt zu jeder Zeit zu befahren. Die Regel gilt hauptsächlich für Nebenbahnen, Nebengleise und schwach befahrene Strecken ohne zweigleisige Infrastruktur. Durchgesetzt wird sie durch physische oder mechanische Mittel, am häufigsten durch das Tablet oder Token-System, bei dem ein Fahrdienstleiter ein physisches Token oder Tablet besitzen muss, um den geschützten Abschnitt zu befahren. Ohne diesen Token in der Hand darf ein Lokomotivführer nicht weiterfahren, wodurch Kollisionen durch Konstruktion statt durch Glück unmöglich werden.
Das System funktioniert, weil für jeden Abschnitt nur ein Token existiert. Ein Fahrdienstleiter an einem Ende des Blocks behält oder gibt das Token frei; die Zugbesatzung muss es am anderen Ende austauschen, bevor sie zurückkehrt. Varianten sind das Stab-System, das auf sehr kurzen Abschnitten verwendet wird, und das elektrische Token-Gerät, das die Tokenpräsenz elektronisch erfasst und verhindert, dass beide Enden gleichzeitig ein Token ausgeben. Auf einigen Strecken ersetzte ein Zugbefehl-System die mechanischen Tokens durch schriftliche Anordnungen des Fahrdienstleiters, dies erfordert aber größere Disziplin und birgt höheres Risiko menschlicher Fehler.
Der Begriff "Triebwagen im Dienst" stammt aus der Zeit, als alle Eisenbahn-Zugmaschinen dampfgetrieben waren. Eine Lokomotive mit gezündetem Kessel unter Druck und bereit zur Fahrt verkörperte den aktiven Zug im Abschnitt. Der Ausdruck blieb bestehen, als Diesel- und Elektrolokomotiven die Dampfloks ersetzten, auch wenn kein wörtlicher Dampf mehr beteiligt ist. Er bleibt Standardterminologie im Eisenbahnbetrieb, besonders auf Museumsbahnen und in Regelwerken für den Betrieb von Nebenbahnen.
Versagen der Regel "ein Triebwagen im Dienst" schafft Frontalzusammenstoßrisiko. Mechanische Token-Systeme versagen, wenn Tokens verloren gehen, beschädigt werden oder absichtlich umgangen werden. Historische Unfälle entstanden dadurch, dass Fahrdienstleiter bei Ausfall von Ausrüstung gleichzeitig Tokens an beiden Enden ausgaben, dass Lokomotivführer Tokenanforderungen ignorierten, oder dass Tokens auf Zügen zurückblieben, die in den Abschnitt zurückgestellt wurden. Moderne Eisenbahnen ergänzen oder ersetzen Token-Systeme durch absolute Blocksigelung und kontinuierliche automatische Zugschutzvorrichtungen, doch das Prinzip strikter Abschnittsbesetzung bleibt grundlegend für sicheren eingleisigen Betrieb.