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Bahntechnik

Pacer

Ein britischer leichter Schienenmotorwagen (Dieseltriebwagen) der Klasse 140, 141, 142, 143 oder 144.

Pacer: das Bahn-auf-Rädern-Experiment der British Railways

Ein Pacer ist ein leichtes Dieseltriebzugset, das auf einem Omnibus-Fahrgestell aufgebaut ist und ab 1984 von den British Railways auf Nebenstrecken und Zweigstrecken eingesetzt wurde. Der Begriff umfasst fünf Baureihen, 140 bis 144, jede basierend auf einer standardisierten kommerziellen Busplattform, typischerweise ein Leyland oder ähnliches Nutzfahrzeug-Fahrgestell. Der wesentliche Unterschied ist konstruktiv: Diese Züge sind nicht eigens für den Schienenverkehr entwickelte Fahrzeuge, sondern adaptierte Straßenfahrzeug-Fahrgestelle, was sie billiger zu bauen und zu unterhalten machte als herkömmliche Rollmaterial, allerdings auf Kosten von Fahrkomfort und Lebensdauer.

Die Baureihen unterschieden sich in Sitzplatzkapazität und Motorisierung. Die Varianten Klasse 141 und 142 boten rund 60 Plätze; die Klasse 140 war ein kleineres Zweiwagen-Set. Alle wurden von Dieselmotoren im Bereich von 100 bis 200 PS angetrieben, ausreichend für Geschwindigkeiten auf Nebenstrecken bis 75 mph. Sie behielten viele Automobilkomponenten, einschließlich Bremsanlagen, die von schweren Lastwagen adaptiert waren. Dieses Automobilnachlass machte Ersatzteile anfangs billiger, bedeutete aber auch, dass sie schneller alterten als stahlgerahmte Züge, besonders in korrosiven Gleisumgebungen.

Der Name und seine Bedeutung

Der Spitzname Pacer widerspiegelte ihre Rolle: wendige, häufige Verbindungen auf Nebenstrecken, die die Kosten herkömmlicher Züge nicht rechtfertigen konnten. Offiziell erschienen sie im Klassifizierungssystem als einfache Nummern, aber "Pacer" kam unter Personal und Eisenbahnfreunden in den allgemeinen Sprachgebrauch. Wirtschaftlich ermöglichten sie der British Railways, unrentable Strecken zu betreiben, ohne dass die Verluste katastrophal wurden. Ein Zweiwagen-Set der Klasse 144 kostete in den 1980er Jahren ungefähr ein Drittel des Preises von gleichwertigem herkömmlichem Material.

Doch die Kostenersparnis brachte echte Nachteile mit sich. Die leichte Bauweise bedeutete schlechte Wärmeisolation und machte die Züge im Winter unbequem. Automobilkomponenten verschlissen schneller unter kontinuierlichem Schienenbetrieb; Risse in der Karosserie waren Mitte der 1990er Jahre häufig. Das Fehlen von eigentlicher Eisenbahntechnik bedeutete spürbar raueeres Fahrverhalten als bei herkömmlichen DMUs. Fahrgäste auf Nebenstrecken betrachteten sie oft mit Verachtung, und ihr Ruf als "Busse auf Schienen" reflektierte echte Unzulänglichkeit für Langstreckenverkehr im ländlichen Raum.

Seit den 2000er Jahren wurden die meisten Pacer ausgemustert oder auf die am wenigsten anspruchsvollen Dienste beschränkt. Ihr Vermächtnis zeigt das Risiko, automobilbautechnische Designphilosophie auf Eisenbahnbetrieb anzuwenden: Kurzfristige Kostenkontrolle kann langfristige Zuverlässigkeits- und Akzeptanzprobleme bei Fahrgästen schaffen. Einige wenige blieben bis in die 2020er Jahre auf bestimmten Strecken in Betrieb, aber das Pacer-Experiment zeigte letztlich, dass Bahnen Bahnen brauchen, nicht adaptierte Busse.

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