Fotooffset
Englisch: photo-offset
Ein Offsetdruckverfahren, das fotolithografische Druckplatten verwendet.
Fotografie: Planografischer Druck von lichttemperierten Metallplatten
Der Offsetdruck ist das dominierende kommerzielle Druckverfahren der letzten siebzig Jahre. Er verbindet Photolithografie mit der Mechanik der Offsetdruckmaschine. Eine lichtempfindliche Schicht auf einer Aluminium- oder Polyesterplatte wird durch ein fotografisches Negativ oder eine digitale Datei belichtet. In den Bildbereichen wird die Schicht gehärtet, in den Nichtbildbereichen bleibt sie löslich. Nach der Entwicklung trägt die Platte sowohl farbannehmende (Bild) als auch wasserannehmende (Nichtbild) Oberflächen. Diese werden dann auf einem Druckzylinder montiert und gegen eine Gummiwalze gepresst, die die Farbe auf das Papier überträgt.
Der Offset-Schritt ist entscheidend: Die Farbe wird zuerst von der Platte auf die Gummiwalze übertragen, dann von der Walze auf den Bedruckstoff. Diese Zwischenübertragung schützt die Platte vor direktem Kontakt mit dem Papier und ermöglicht die Wiederverwendung derselben Platte für Tausende von Abzügen. Die Druckgeschwindigkeit liegt zwischen 5.000 und 18.000 Abzügen pro Stunde, abhängig von der Maschinengröße und dem Gewicht des Bedruckstoffs. Das Verfahren ermöglicht Papierformate von kleinen Etiketten bis zu großformatigen Bögen und kann ein- oder mehrfarbig in einem Durchgang drucken.
Plattentypen und Belichtusmethoden
Platten fallen in zwei Kategorien: Positiv arbeitend, bei denen UV-Licht die Bildbereiche aushärtet, und negativ arbeitend, bei denen Licht die Nichtbildbereiche aushärtet. Vorbeschichtete Platten kommen schon beschichtet und einsatzbereit; Auftragsplatten erfordern manuelle Beschichtung. Ältere Systeme nutzten separate Filmnegative, die gegen die Platte gehalten wurden; moderne digitale Systeme belichten die Platte direkt mit Laser- oder LED-Lichtquellen, wodurch Film entfällt und der Aufbau schneller wird. Die Haltbarkeit der Platte hängt von der Qualität der Beschichtung und den Druckbedingungen ab, liegt aber typischerweise zwischen 50.000 und 500.000 Abzügen, bevor Punktzunahme und Verschleiß einen Plattenwechsel erforderlich machen.
Der Offsetdruck ist zum industriellen Standard geworden, weil er bei mittleren bis hohen Auflagen Geschwindigkeit, Qualität und Kosteneffizienz bietet. Die Aufteilung in Cyan-, Magenta-, Gelb- und Schwarzkanäle mit Rasterung oder stochastischen Rasterpunkten ermöglicht den Vierfarbdruck. Das Verfahren verträgt gewisse Rauhigkeit und Schwankungen beim Papiertransport, was es auf ungestrichenen Papieren toleranter macht als Buchdruck oder Gravure.
Das Wort 'Foto' unterscheidet das Verfahren von älteren Transfer- und Direktlithografietechniken, bei denen handgezeichnete oder fotografische Positive direkt auf Kalkstein oder Metall aufgebracht wurden. Der Name 'Offset' beschreibt den Übertragungsmechanismus selbst. Mit der Verbreitung digitaler Workflows und direkter Plattenbelichnung ab den 1990er Jahren wirkte der Begriff zunehmend altmodisch, obwohl die darunter liegende Druckmaschinen-Technologie fast in jeder kommerziellen Druckerei vorhanden blieb. Flexodruck und digitales Tintenstrahldrucken konkurrieren jetzt mit dem Offsetdruck um kürzere Auflagen, aber Offset dominiert weiterhin Bücher, Magazine und Verpackungen, bei denen das Volumen die Plattenkosten rechtfertigt.