Pick
Englisch: pick
Ein Partikel aus Druckfarbe oder Papier, das sich in der Aussparung eines Buchstabens festgesetzt hat, dessen Druckfläche ausfüllt und auf dem Druckbogen einen Fleck verursacht.
Pick: Tintenpfropf, der die Tiefe eines Buchstabens blockiert
Im Buchdruck ist ein Pick ein getrocknetes Tintenfragment, eine Papierfaser oder ein Fremdstoff, der sich in der vertieften Schriftfläche eines Schriftzugs festsetzt und verhindert, dass Tinte ordnungsgemäß in diesen Bereich fließt. Wenn der Schriftzug gegen das Papier gepresst wird, erzeugt der Pick einen weißen Fleck oder eine Lücke im gedruckten Buchstaben und lässt ihn auf dem fertigen Blatt unvollständig oder geisterhaft wirken. Dies war ein chronisches Problem im Hochgeschwindigkeitsdruck, bevor fotografische und digitale Schriftsatz das Metalllettern ersetzten.
Picks entstehen aus mehreren Gründen. Tinte, die zu steif ist, oder Papier, das übermäßig Fasern abgibt, sind die häufigsten Verursacher. Ein schlecht gereinigter Schriftsatz, der über Nacht stehen gelassen wurde, kann getrocknete Tinte ansammeln, die in den Buchstabendepressionen aushärtet. Papierstaub, getrocknete Leimung oder Fragmente von gerissenen Blättern können sich auch in Schriftformen festsetzen, besonders in den Öffnungen von Kleinbuchstaben wie 'e', 'a' und 'o'. Einmal festgesetzt, lässt sich ein Pick nicht leicht entfernen, ohne die Schriftfläche gezielt zu reinigen.
Die praktischen Folgen waren erheblich. Ein Pick in einem häufig verwendeten Buchstaben wie 'e' würde bei einem ganzen Druckauftrag einen systematischen Fehler verursachen. Drucker mussten die Presse regelmäßig anhalten, gedruckte Probeblätter untersuchen, das fehlerhafte Zeichen ermitteln und mit einer feinen Nadel oder einem speziellen Pick-Entferner die Blockade entfernen. Bei großen Auflagen bedeutete diese Ausfallzeit zusätzliche Kosten. Manche Druckereien beschäftigten Mitarbeiter, die sich während des Drucks nur damit befassten, nach Picks Ausschau zu halten.
Das Mittel in der Druckerei kombinierte Vorbeugung und Kontrolle. Drucker reinigten die Lettern regelmäßig mit Laugelösungen oder speziellen Lösungsmitteln, trockneten sie gründlich und wählten Tinten, die bei der Presstemperatur flüssig waren. Die Kontrolle der Papierqualität und Luftfeuchtigkeit reduzierte die Faserabbabe. Während des Drucks inspizierte der Papierzuführer oder ein beamter Kontrolleur in regelmäßigen Abständen Probeblätter und signalisierte dem Operator, wenn Picks auftauchten.
Der Begriff bleibt in der Druckgeschichte und im Wortschatz älterer Handwerker erhalten, aber das Problem selbst ist weitgehend historisch. Der Offsetdruck und der digitale Druck eliminierten die vertieften Schriftformen und den mechanischen Kontakt, der Picks entstehen ließ und sichtbar machte. Das Wort findet sich noch in Fachlexika und technischen Rückblicken und ist eine konkrete Erinnerung an die physikalischen Zwänge, die die Buchdruckproduktion prägten.