Vermessung
Englisch: plumming
Das Verfahren, mittels einer Grubenkompassrose den Ort zu bestimmen, wo ein Wetterschacht abgeteuft oder ein Stollen zur Arbeitsstelle geführt werden soll, oder um die Neigung des Flözes zu ermitteln.
Plummen: Bestimmung des Durchbruchpunkts im Untergrund
Plummen ist die Vermessungsarbeit, mit der der genaue Punkt an der Oberfläche ermittelt wird, an dem ein Bergwerk einen senkrechten Schacht oder horizontalen Stollen abteufen soll, um mit bekannten unterirdischen Bauen verbunden zu werden. Der Vermesser nutzt ein Markscheiderkompass, einen speziellen Kompass mit Visiervorrichtungen und häufig einem Klinometer, um die Richtung eines bestehenden Flözes oder einer Strecke durch das Gestein nach oben oder unten zu projizieren. Ziel ist es, den wirtschaftlichsten Schnittpunkt zu finden, wobei das Gefälle und die tatsächliche Verlaufsrichtung des Erzkörpers in der Tiefe berücksichtigt werden.
Das Markscheiderkompass selbst ist das wichtigste Werkzeug, typischerweise ein Messinginstrument mit einem Durchmesser von etwa 4 bis 5 Zoll, gekennzeichnet mit Himmelsrichtungen und oft mit einer Vertikalskala. Der Vermesser steht an einem bekannten Punkt im Bergwerk, peilt das Flöz oder die Strecke über die Visiere des Kompasses an, notiert Richtung und Neigungswinkel und berechnet dann, wo diese Linie austreten wird oder wo sie von oben aus angefahren werden sollte. In steilem Gelände oder bei großer Teufe bestimmt diese Berechnung, ob ein neuer Schacht das Flöz wirtschaftlich trifft oder es verfehlt und dadurch tausende Pfund an Teufungskosten verschwendet werden.
Plummen dient auch dazu, das Einfallen eines Flözes vorherzusehen, wenn das Bergwerk tiefer wird. Ein Flöz, das sich sanft nach Norden neigt, wird sich in der Tiefe seitwärts verschieben; ein Vermesser muss diese Verschiebung berücksichtigen, um zukünftige Schächte korrekt anzusetzen. Ohne Plummen könnte ein Bergmann einen Schacht abteufen und feststellen, dass sich das Flöz außerhalb der Reichweite verschoben hat, oder es so unwirtschaftlich positionieren, dass die Förderung unrentabel wird.
Der Begriff selbst stammt aus der älteren Bedeutung von plumb, was bedeutet, Tiefen auszuloten oder die vertikale Ausrichtung mit einem Senkel zu messen. Obwohl das Markscheiderkompass einen Kompass statt eines an einer Schnur hängenden Gewichts enthält, bleibt das Prinzip der Bestimmung der echten Vertikalen und der Horizontallage bestehen. Historische Bergbauaufzeichnungen aus Cornwall und Wales erwähnen häufig das Plummen als Voraussetzung vor teuren Teufungsarbeiten.
Plummen bleibt überall dort relevant, wo unterirdische Baue mit der Oberfläche verbunden werden müssen oder wo mehrere Sohlen koordiniert werden sollen. Der moderne Bergbau nutzt Nivellierinstrumente und Theodolite statt Markscheiderkompass, aber die grundlegende Aufgabe bleibt unverändert: bekannte unterirdische Geometrie auf die Oberfläche projizieren oder unterirdische Geometrie aus Oberflächenbeobachtungen vorhersagen, um die nächste Ausgrabung zu lenken.