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Schiffbau und Werft

Achterdeck

Englisch: poop

Der hintere (achterliche) Teil eines Schiffes oder anderen Wasserfahrzeugs.

Achterkastell: die erhöhte Aufbaustruktur am Heck, wo das Kommando sitzt

Das Achterkastell ist die erhöhte Decksstruktur am hinteren Ende eines Schiffes, die über dem Hauptdeck liegt und normalerweise über den Kapitänsquartieren und den Offiziersräumen. Der Name stammt vom französischen la Poppe, das wiederum vom lateinischen puppis (Heck) abstammt. Bei modernen Containerschiffen und Tankern ist es oft eine niedrige, funktionale Brückenkonstruktion; bei älteren Schiffen und traditionellen Segelschiffen war es eine beträchtliche erhöhte Plattform, manchmal zwei oder drei Decks hoch.

Historisch erfüllte das Achterkastell mehrere Funktionen: Es bot dem Kommando Sicht über die gesamte Schiffslänge, beherbergte Navigations- und Steuerausrüstung und bot auf Kriegsschiffen defensiven hohen Boden. Der Raum unter dem Achterkastell enthielt Offiziersunterkünfte, Kapitänskabine und Kartenraum. Die erhöhte Struktur half auch dabei, Wasser abzuleiten und verhinderte, dass das Heck von folgenden Seen überflutete wurde. Bei Segelschiffen erstreckte sich das Achterkastell von der Heckreeling zurück zur Großmast und schuf eine klare architektonische Trennung zwischen Mannschaft und Offizieren.

Größe und Bedeutung des Achterkastells unterscheiden sich erheblich je nach Schiffstyp und Epoche. Ein Mehrzweckgüterschiff aus den 1970er Jahren könnte ein Achterkastell von 20 bis 30 Metern Länge und 4 bis 6 Metern über dem Hauptdeck haben. Moderne Containerschiffe verzichten manchmal ganz auf ein traditionelles erhöhtes Achterkastell und integrieren die Brücke stattdessen in eine kompaktere Struktur. Schüttgutfrachter behalten oft ein bescheidenes erhöhtes Achterkastell, um die Unterkunftsräume von den Ladeneinrichtungen mittschiffs freizuhalten.

Verwechslungen entstehen, weil Achterkastell heute größtenteils ein veralteter Schiffsbaubegriff ist; moderne Schiffsingenieure und Seeleute beziehen sich häufiger auf das Achterschiff, die Brückenkonstruktion oder einfach die Heckstruktur. Der Begriff bleibt aber in der Schifffahrtsterminologie verankert: Die Heckreeling ist die Heckreeling des Schiffes, und überbrochen beschreibt eine Welle, die über das Heck bricht und das Achterdeck überflutet, eine ernsthafte Gefahr in schwerem Seegang.

Bei Arbeitsschiffen bleibt das Achterkastell funktional wichtig, auch wenn der Name in Vergessenheit gerät. Es beherbergt die Steueranlage, Notfallsysteme und das Heckmooringdeck, wo die Mannschaft mit Leinen und Ankern arbeitet. Jede Restaurierung oder Überprüfung eines traditionellen Schiffes erfordert genaue Kenntnis der Achterkastellkonstruktion: Holzrahmen, Deckbalken, Kniestreben und die Verbindungsstelle zwischen dem Achterkastell und der Hauptrumpfstruktur müssen alle intakt sein, um Risse und Wassereinbruch zu verhindern.

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