Pressenzuführer
Englisch: pressfeeder
Eine Person, die Material in eine Druckmaschine einführt.
Pressfeeder: der Maschinenführer, der Material in die Druckmaschine einzieht
Ein Pressfeeder ist ein Maschinenführer in der Druckerei, der Bogen, Rollen oder Bahnen in eine Druckmaschine mit der Geschwindigkeit und dem Rhythmus einzieht, den die Maschine verlangt. Bei Bogendruckmaschinen bedeutet das, jeden leeren Bogen in den Einzug zu positionieren, der ihn dann durch die Druckzylinder transportiert. Bei Rollendruckmaschinen ändert sich die Aufgabe: Der Feeder überwacht und führt die durchgehende Rolle ein, beobachtet Spannung und Registergenauigkeit während das Material durch mehrere Druckstationen läuft. Das Tempo ist brutal: eine moderne Vierfarbenbogendruckmaschine mit 8.000 Bogen pro Stunde verlangt vom Feeder eine Leistung wie eine Maschine, oft mit einem Helfer oder zweiten Feeder bei größeren Aufträgen.
Die Kunst liegt darin, den Hunger der Maschine zu lesen. Ein Pressfeeder muss spüren, wann der Bogenstapel zur Neige geht, bevor die Maschine verhungert; beurteilen, ob die Bogen richtig im Stapel liegen (schiefe Bogen blockieren den Einzug) und Probleme erfassen, bevor sie zu Ausschuss führen. An älteren Maschinen arbeitet der Feeder nach Auge und Gehör. An neueren Pressen mit automatischem Einzug verschiebt sich die Rolle des Operators zum Überwachen, Beheben von Papierstaus und Verwalten der Warteschlange beladener Paletten.
Pressfeeding ist materialabhängig. Ein Feeder, der 80 g/m² Offsetpapier einzieht, arbeitet anders als einer, der 300 g/m² Karton oder Spezialbeschichtungen bearbeitet. Die Luftfeuchte zählt: trockenes Papier läuft sauber; feuchtes Papier klebt. Der Feeder muss Stärke (Dicke), Oberfläche (glatte Papiere rutschen; ungestrichene Papiere greifen) und Format berücksichtigen. Ein 16 x 24 Zoll Bogen verlangt andere Handgriffe und Stapelverwaltung als ein 12 x 18 Zoll Schnitt. Viele Pressfeeds nutzen jetzt pneumatische oder mechanische Einzüge, die Bogen automatisch trennen und Arbeit sparen, stellen aber höhere Anforderungen an das Urteilsvermögen des Operators, wenn diese Systeme ausfallen.
Die Arbeit birgt körperliche und repetitive Belastungsrisiken. Feeder verbringen 8 bis 12 Stunden in Schichten mit festen Armbewegungen, stehen an der gleichen Station, atmen Papierstaub und Tintenlosungsmittel. Chronische Verletzungen an Schulter, Handgelenk und Lendenwirbelsäule sind im Handwerk verbreitet. Die Druckgeschwindigkeiten sind über Jahrzehnte gestiegen, während die Kernaufgabe gleich geblieben ist: Material nachführen, Staus vermeiden, Ausschuss unter Spezifikation halten (typisch 2 bis 3 Prozent des Auftrags).
In der Hierarchie von Druckereien rangiert ein Pressfeeder unter dem Maschinenführer oder Drucker, aber über ungelernte Arbeiter. Der Drucker stellt Farbe, Registergenauigkeit und Einrichtung; der Feeder hält die Maschine versorgt. Bei kleinen Aufträgen oder älteren Maschinen macht eine Person beide Aufgaben. Bei langen Aufträgen in großen Druckereien sind Feeder spezialisiert, manchmal Monate lang an der gleichen Maschine. Die Fluktuation ist hoch: die Arbeit ist eintönig, der Lohn bescheiden, die Arbeitsbedingungen hart. Ein geschickter, zuverlässiger Pressfeeder ist wertvoll, genau weil ihn zu finden schwierig ist.