Aushauen
Englisch: bang out
Im Druck- oder Zeitungsgewerbe: einen Kollegen zum Abschluss seiner Lehre oder zur Pensionierung dadurch zu würdigen, dass man früher Druckereimaschinen oder neuerdings den Schreibtisch in der Redaktion schlägt.
bang out: rituelles Schlagen zu Karrieremeilensteinen
Bang out bedeutet, einen Kollegen oder eine Kollegin bei einem Karrieremielestein zu würdigen, typischerweise am Ende einer Ausbildung oder beim Ruhestand, indem man gezielt Lärm im Betrieb erzeugt. In traditionellen Letterpress-Druckereien schlugen Arbeiter mit allen verfügbaren Werkzeugen auf Metall, Schriftkästen oder Maschinen, wobei ein Lärm entstand, der über die ganze Halle zu hören war. Die Tradition wurzelt in der Betriebskultur, Übergänge durch gemeinsames Bezeugen und Lärmproduktion zu markieren, eine körperliche Zeremonie, die sich von gesprochenen Gratulationen unterscheidet.
Das Ritual variiert je nach Betrieb und Zeit. In Heißmetall-Setzereien und Druckhallen konnte das Schlagen mehrere Minuten andauern, mit vielen Arbeitern, die auf Metallflächen einschlugen und einen unverkennbaren Krach erzeugten, der die Produktion kurzzeitig unterbrach. In modernen Redaktionen und kleineren Druckbetrieben ist ein Desk Bang eine verkürzte Variante, meist nur wenige kraftvolle Schläge auf einen Tisch oder eine Schreibtischplatte durch die ausscheidende Person oder Kollegen in der Nähe. Intensität und Dauer spiegeln die Betriebsgewohnheiten wider; manche Betriebe halten es bei einem kurzen Tippen, andere machen eine volle Orchestrierung daraus.
Ursprünge und Fortbestand
Der Begriff und die Praxis stammen aus dem Druckgewerbe des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts, wo Metall überall vorhanden war und Lärm bereits zur Umgebung gehörte. Das Schlagen auf Metall, Schriftkästen oder Maschinen erforderte kein spezielles Werkzeug und erzeugte sofort unmissverständlichen Lärm. Die Praxis wanderte mit dem Gewerbe mit und blieb bestehen, als der Druck weniger mechanisch und mehr digital wurde. Redaktionen übernahmen und adaptierten die Tradition, importierten das Feier-Bang in Büros, wo Maschinen selten waren.
Bang out ist mit der Schrumpfung der Druck- und Zeitungsindustrie seltener geworden, doch in Betrieben mit Gewerkschaftsbindung, Zeitungsredaktionen und Druckereien, wo Ausbildungsstrukturen noch bestehen, überlebt die Praxis. Das Ritual funktioniert als informelle Anerkennung in Gewerben, wo formelle Zeremonien selten sind. Sein Fortbestand spiegelt die Bindung des Gewerbes an verkörperte, kollektive Rituale wider, im Gegensatz zu individuellen Leistungen oder Firmenanerkennungen.