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Werkstattsprache und Slang

zum Druck fertigmachen

Englisch: put to bed

Eine Zeitung zum Druck vorbereiten.

zu Bett gehen: eine Zeitung für den Druck freigeben

Eine Zeitung zu Bett gehen bedeutet, alle redaktionellen und gestalterischen Arbeiten abzuschließen, die endgültigen Seiten zu sperren und sie an die Druckerei zu übergeben. Der Begriff beschreibt den Moment, in dem keine weiteren Änderungen an dieser Ausgabe möglich sind, üblicherweise einige Stunden vor dem Druckstart. Sobald die Seiten gesperrt sind, werden Korrektionen unerschwinglich teuer oder unmöglich, daher ist dies der letzte Kontrollpunkt, an dem Redakteure alles überprüfen und bestätigen können.

Der Arbeitsablauf variiert je nach Größe der Publikation und Deadline. Bei einer Tageszeitung mit einer Morgenausgabe könnten Seiten gegen 22 Uhr zu Bett gehen, für einen Druckstart um 6 Uhr. Bei einer Wochenzeitung könnte die Zu-Bett-Gehzeit mehrere Tage vor der Verteilung sein. Digital-first-Ausgaben verwenden die Redewendung immer noch, obwohl ihr "Bett" nun ein Content-Management-System statt einer physischen Druckplatte ist. Der Begriff blieb erhalten, weil er die Endgültigkeit des Moments einfängt: Einmal zu Bett gegangen, ist die Zeitung nicht mehr in redaktionellen Händen.

Was nach dem Zu-Bett-Gehen passiert

Sobald die Seiten gesperrt sind, übernimmt die Druckvorstufe. Im klassischen Offsetdruck werden Seiten in Farbauszüge (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) aufgeteilt, Film wird belichtet und Druckplatten werden hergestellt. Moderne Digital-Workflows sparen sich den Film, erfordern aber weiterhin gesperrte Daten. Jeder nach dem Zu-Bett-Gehen entdeckte Fehler erfordert entweder einen Neustart des Drucks (kompletter Neudruck), ein Insert oder eine Korrektur in der nächsten Ausgabe, wobei jede Option kostspielig und reputationsschädigend ist.

Die Redewendung geht über Zeitungen hinaus auf jede Publikation mit festen Deadlines: Magazine, Kataloge und sogar Direktwerbung verwenden sie. Redaktionen haben spezifische Protokolle dafür, wer nach dem Zu-Bett-Gehen einer Rubrik Änderungen genehmigen darf und wie mit wichtigen Last-Minute-News umzugehen ist. Einige Redakteure reservieren einen "Late-News"-Platz für die letzte Seite, um eine Rubrik länger offen zu halten für aktuelle Meldungen, während andere bereits in Produktion gehen.

Verpasste Deadlines oder Seiten, die mit Fehlern zu Bett gehen, haben Desaster-Geschichten in der Redaktions-Folklore hervorgebracht. Ein falscher Name in einer Überschrift oder eine leere Anzeigenfläche werden auf Hunderttausenden von Exemplaren permanent. Diese hochriskante Endgültigkeit ist der Grund, warum die Metapher andauerte: Sobald eine Zeitung zu Bett geht, kann sie nicht aufwachen und geändert werden.

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