in Großbuchstaben setzen
Englisch: put up
Text in Großbuchstaben setzen oder von Kleinbuchstaben in Großbuchstaben umwandeln.
put up: Umwandlung von Kleinbuchstaben in Großbuchstaben
Put up bedeutet, stehenden Satz oder digitale Texte von Klein- in Großbuchstaben umzuwandeln und damit die Schreibweise des ursprünglichen Textes umzukehren oder zu invertieren. Bei der Handsatzherstellung bedeutete dies, jeden Kleinbuchstaben-Sort physisch durch sein Großbuchstaben-Äquivalent in der Satzstange zu ersetzen. In modernen digitalen Arbeitsabläufen wird der Text ausgewählt und ein Befehl zur Umwandlung in Großbuchstaben angewendet.
Der Begriff gehört zum Vokabular des Satzers und wird am häufigsten verwendet, wenn es um Korrektur von Korrekturabzügen oder Erfüllung von Kundenvorgaben geht, die nach dem ersten Satz eintreffen. Ein Korrekturabzug könnte mit "put up the subheads" oder "put up the opening line" gekennzeichnet sein. Die Arbeit reicht von gezielten Änderungen, etwa Kapitalisierung von übersehenen Eigennamen, bis zur vollständigen Umwandlung ganzer Textpassagen. Bei Bleilettern war dies zeitaufwändig, da die Sorts gefunden, gemessen und in die bestehende Zeile eingefügt werden mussten, ohne Lauf und Ausrichtung zu beeinträchtigen.
Varianten und praktische Einschränkungen
Die Umkehroperation, das Setzen von Großbuchstaben in Kleinbuchstaben, wird "put down" oder manchmal "reduce" genannt. Beide Begriffe spiegeln die physische Bewegung wider, in den Typenkasten zu greifen, um Sorts zu entnehmen. Die Kosten für das Aufspannen oder Herunterfahren hingen vom Umfang der Änderung und der Dringlichkeit des Termins ab. Drucker berechnen die Korrektur von Schreibweisen manchmal separat, wenn sie über eine kleine Kulanz hinausgehen, da die Arbeit Satzzeit verbrauchte, ohne die Seitenzahl zu erhöhen.
Im Zeitalter des Hochdrucks und der Linotype konnte das Aufspannen von Text, der durchgehend in Kleinbuchstaben gesetzt worden war, Abstände-Probleme verursachen, wenn Kerning-Paare oder Ligaturen in der ursprünglichen Setzung unterschiedlich behandelt worden waren. Der Setzer musste überprüfen, dass die Großbuchstaben in die Zeilenlänge passten und dass keine unbeabsichtigten Umbrüche oder Leerräume entstanden. Digitale Tools umgehen diese Probleme, erfordern aber dennoch Aufmerksamkeit für Formatierungsregeln: Satzanfang-Schreibweise, Titel-Schreibweise und Versalien können sich auf Silbentrennung und Umbruch auswirken.
Obwohl der Begriff in redaktionellen und Design-Kontexten fortbesteht, ist er weniger konkret geworden, da der Druckablauf digitalisiert wurde. Ein Produktionsredakteur kann immer noch anfragen, "put up that heading", aber die Anweisung geht nun an einen Designer in InDesign oder ein CMS, nicht mehr an einen Setzer bei einer Typenbank. Das Vokabular bleibt bestehen, weil Schreibweisen-Entscheidungen oft spät in der Produktion anfallen, wenn Text verändert werden muss, ohne den gesamten Auftrag neu zu setzen.