Grubenwagen
Englisch: quarry car
Ein auf Schienen fahrendes Fahrzeug in einem Steinbruch zum Transportieren von Gestein oder Abraum.
Förwagen: Schienenwagen zum Abtransport von Steinen aus dem Abbaubereich
Ein Förwagen ist ein robuster, auf Schienen fahrender Wagen zum Befördern von Gesteinsschutt, Zuschlagstoffen oder Abraum über die Sohle eines Tagebaus. Er läuft auf feste Gleise, die durch den Steinbruch verlegt sind, und wird von einer Lokomotive, einer Winde oder einem Seilsystem gezogen. Der Wagen selbst ist im Grunde eine offene Mulde oder ein Trichter auf Achsen und Rädern, dimensioniert für Schmal- oder Normalspur, typischerweise 60 bis 90 cm breit, je nach Infrastruktur des Steinbruchs.
Förwagen gibt es in mehreren Ausführungsarten. Kippmuldenwagen haben Kippbetten, die seitlich oder nach hinten neigen, um Stein an einer Brechanlage oder auf einem Platz abzuladen. Seitenentladewagen, besonders für Zuschlagstoffe, entleeren das Material seitlich während der Fahrt, was für den Bau von Transportwegen oder das Füllen von Mulden praktisch ist. Flachbodenwagen transportieren feineres Material oder Gesteinsabfall. Die Ladefähigkeit reicht von 4 bis 20 t pro Fahrt, je nach Größe und Dichte des Materials.
Die Zugkraft kommt entweder von einer feststehenden Winde mit Stahlseil auf Trommeln oder von einer kleinen elektrischen oder Diesellokomotive auf dem gleichen Gleis. Windensysteme dominieren in kleineren oder steilen Steinbrüchen, wo kurze Transportstrecken eine Lokomotive unwirtschaftlich machen. Das Gleis selbst unterliegt intensivem Verschleiß durch wiederholte beladene Überfahrten; Schienenstöße lockern sich, die Spurweite driftet ab und die Gleisbettung setzt sich ungleichmäßig. Räder und Achsen unterliegen raschem Verschleiß im abrasiven Steinstaub, daher sind dichte Lager und regelmäßige Schmierung unerlässlich.
Der Begriff Förwagen ist ein Sammelbegriff im Handwerk, ältere Anlagen verwenden manchmal auch Pit-Car oder Muldenfahrzeug. Der Unterschied zu Eisenbahn-Güterwagen liegt in den rauen Gleisbedingungen, den kurzen Transportentfernungen (typischerweise Hunderte von Metern bis ein Kilometer) und der Tatsache, dass Förwagen selten zu langen Zügen gekuppelt werden. Ein einzelner Wagen oder eine kleine Gruppe von zwei oder drei Wagen fährt auf einmal, was das System flexibler macht für die diskontinuierliche Natur der Steinbruchgewinnung.
Heute setzen viele Steinbruchbetriebe auf Lkw-Transport, der größere Flexibilität und leichtere Streckenänderungen bei fortschreitendem Abbau bietet. Förwagen sind nach wie vor üblich in größeren Stein- und Zuschlagstoffbetrieben, wo die Kapitalinvestition in Gleise und Ausrüstung bereits getätigt ist und wo der hohe Durchsatz (Tausende Tonnen täglich) die feste Infrastruktur rechtfertigt. Unterhaltskosten und Arbeitskraft sind erheblich; die Wagen sind langlebig, erfordern aber ständige Aufmerksamkeit bei Radprüfung, Schienenaustausch und Seiltests.