Achterschiff
Englisch: quarter
Der hinterste Teil der Schiffsseite, etwa vom letzten Mast bis zum Heck.
Achterschiff: der hintere Bereich der Schiffshülle, wo der Rumpf auf das Heck trifft
Das Achterschiff ist der hinterste Abschnitt der Schiffshülle, typischerweise vom letzten Mast oder Großmast nach achtern bis zur Sternpost reichend. Es bildet den gekrümmten Übergang, wo die Schiffsseite zum Heck hin verjüngt, und umfasst sowohl die äußere Beplankung oder Beplattung als auch die darunter liegende innere Spanterei. Diese Zone ist besonderem Stress ausgesetzt, da sie das Gewicht des Heckaufbaus und der Ruderanlage trägt und gleichzeitig die hydrodynamischen Kräfte bewältigen muss, die beim Durchfahren durch das Wasser auf den Heckbereich wirken.
Das Achterschiff gibt es in zwei Varianten: das Steuerbord-Achterschiff (rechte Seite bei Blickrichtung voraus) und das Backbord-Achterschiff (linke Seite). Jedes ist typischerweise 15 bis 30 Fuß lang bei Schiffen von 100 Fuß oder größer, wobei die Proportionen je nach Rumpfform variieren. Das Achterdeck sitzt, falls vorhanden, auf der Spanterei des Achterschiffs auf. Ältere hölzerne Schiffe hatten hier schwere Achterknie und verstärkte Spanten; moderne Stahlschiffe verwenden durchgehend geschweißte Beplattung mit innerer Aussteifung, um Durchbiege- und Durchsackungsspannungen zu widerstehen, die sich in dieser Zone konzentrieren.
Das Achterschiff ist berüchtigt für Risse und Ermüdungsbruch, da es als Spannungskonzentrationspunkt wirkt. Wellenerregte Biegemomente, Propellerschwingungen, die über die Sternpost übertragen werden, und die Scherkräfte durch Stampfbewegungen konvergieren alle in dieser Zone. Korrosion schreitet auch bei Stahlschiffen hier schneller voran wegen Wasserbenetzung und Spalten, die dort entstehen, wo das Achterschiff auf die Sternpost und Sterngland trifft. Holzschiffe entwickelten historisch Fäulnis in den Achterspanten infolge schlechter Belüftung und eingelagerter Feuchte.
Der Begriff Achterschiff leitet sich von der Einteilung eines Schiffs in vier Segmente ab: Bug, Heck und zwei mittschiffs gelegene Abschnitte. Zu den Achterschiffbereichen gehört auch der hintere Aufbau (Kapitänskajüte, Offizierskajüten), der traditionell in dieser Region untergebracht war. Schiffskonstrukteure legen die Achterschiffstärke, Spantabstände und Aussteifungsanforderungen in der Rumpfkonstruktion fest, weil diese Zone nicht übergebaut werden kann ohne Gewichts- und Kostennachteil, aber Unterauslegung führt zu Strukturversagen.
Instandhaltung oder Erneuerung des Achterschiffs erfordert entweder umfangreiche Gerüste oder Trockendock. Werften nutzen routinemäßig Ultraschalldickenprüfung, um Korrosionsverlust in der Achterschiffbeplattung zu beurteilen, bevor sie sich auf Austauscharbeiten festlegen. Das Achterschiff beherbergt auch Durchbrüche für Seewasserkühlung und Ablassventile, was die Reparaturkomplexität erhöht. Wenn ein Schiff ein signifikantes Leck oder Grundungsbeschädigungen im Achterschiff entwickelt, hängt die Reparaturstrategie davon ab, ob der Bruch in der Beplattung (schweißbar) oder in der Spanterie selbst (aufwändiger) liegt.