Holzfeuerlokomotive
Englisch: wood burner
Dampflokomotive, die mit Holz statt Kohle oder Öl befeuert wird, hauptsächlich in Gegenden mit reichlichem Holzvorkommen eingesetzt.
Holzbrenner: Dampflokomotive mit Feuerung für Brennholz
Ein Holzbrenner ist eine Dampflokomotive mit einem Feuerraum, der zum Verbrennen von Brennholz statt Kohle oder Öl ausgelegt ist. Der Kessel der Lokomotive erzeugt Dampf durch das Verbrennen von Holzscheiten, die normalerweise auf Längen von 40 bis 60 cm zugeschnitten und vom Heizer in den Feuerraum geworfen werden. Diese Maschinen waren auf Eisenbahnen in waldreichen Regionen verbreitet, wo Holz reichlich vorhanden und billiger als importierte Kohle war, besonders in Nordamerika während des 19. Jahrhunderts und bis ins frühe 20. Jahrhundert.
Holzbrenner erfordern mehrere charakteristische Änderungen im Vergleich zu kohlefeuerden Loks. Der Rostbereich ist normalerweise größer und offener, um die unregelmäßige Form und geringere Dichte von Brennholz aufzunehmen. Der Feuerraum muss breiter sein, um längere Holzscheite unterzubringen, und die Aschenpfanne unter dem Rost benötigt große Fassungsfähigkeit, da Holz mehr Asche als Kohle produziert. Viele Holzbrenner waren mit einem hohen Funkensammler oder Schornstein im Diamantmuster ausgestattet, um zu verhindern, dass Funken die Vegetation neben dem Gleis entzünden, was bei kohlegefeuerten Loks nicht im gleichen Maße ein Problem darstellte.
Betriebseigenschaften und Wirkungsgrad
Holzfeuer brennen heißer und erfordern häufigeres Nachschüren als Kohlefeuer, was die Arbeit des Heizers körperlich anstrengend macht. Die Wärmeleistung pro Pfund Brennstoff ist deutlich geringer als bei Kohle, etwa 40 bis 50 Prozent, daher muss eine größere Holzmenge mitgeführt werden. Dies bedeutete, dass Holzbrenner entweder häufigere Tankstellen benötigten oder, häufiger, größere und schwerere Tender-Wagen zum Lagern ausreichenden Brennholzes für eine Fahrt mitziehen mussten. Trotz dieser Nachteile blieb Holz in Regionen mit ausreichender Holzverfügbarkeit und schlechter Kohletransportinfrastruktur wirtschaftlich.
Das Lokomotivdesign entwickelte sich rund um die Holzfeuerung. Kesselproportionen, Wasserkapazität und Zugverhältnisse spiegelten alle die unterschiedlichen Verbrennungseigenschaften von Holz wider. Ab den 1880er Jahren, als sich Eisenbahnnetze in kohlereichere Gebiete ausdehnten und die Walderschöpfung Holz teurer machte, wurden die meisten Holzbrenner stillgelegt oder auf Kohle umgestellt. Einige überlebten auf Nebenstrecken und Waldbahnen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Der Begriff bleibt in der Eisenbahngeschichte eher präsent als im aktiven Betrieb, aber er ist unverzichtbar zum Verständnis der Lokomotivwicklung des 19. Jahrhunderts und der regionalen Eisenbahnwirtschaft.