Traktion erneuerung
Englisch: re-tractioning
Erneuerung von Zugvorrichtungen, besonders von Zugmotoren.
Umspulung: Neuaufbau der Elektromotoren, die Züge antreiben
Umspulung ist der planmäßige Austausch oder die Generalüberholung von Fahrmotoren und zugehörigen Antriebseinrichtungen bei Eisenbahnfahrzeugen, typischerweise Lokomotiven und Triebwagen. Diese Motoren sind das Herzstück von elektrischen und dieselelektrischen Antriebssystemen; wenn sie verschleißen, an Wirkungsgrad verlieren oder das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, stellt die Umspulung das gesamte Antriebssystem wieder her oder erneuert es, anstatt das Fahrzeug zu verschrotten.
Fahrmotoren in Fernverkehrszügen mit elektrischem Antrieb arbeiten durchgehend unter hohem Strom und thermischer Belastung. Asynchronmotoren und Gleichstrommotoren mit Kommutator leiden gleichermaßen unter Wicklungsisolationsschäden, Lagerverschleiß und Magnetkernersättigung über Jahrzehnte des Betriebs. Eine Lokomotive kann 500.000 bis 1.000.000 Meilen sammeln, bevor die Umspulung wirtschaftlich gerechtfertigt ist. Die Entscheidung hängt von den Wirkungsgradkurven des Motors und den Wartungsprotokollen ab; sobald die Reparaturkosten 30 bis 40 Prozent der Austauschkosten überschreiten, wird die Umspulung zur vernünftigen Wahl.
Umspulung erfolgt typischerweise auf drei Wegen: vollständiger Motoraustausch (Einbau neuer oder aufbereiteter Einheiten), Wicklungserneuerung (Ausbau und Neubewicklung von Stator- und Rotorspulen vor Ort) oder Teilerneuerung (Austausch von Lagern, Dichtungen und Kühlsystemen bei Beibehaltung des Kerns). Getriebe, Schütze und Leistungselektronik können parallel erneuert werden. Die Arbeit erfordert mechanischen Rückbau in einer Spezialwerkstatt, nicht in einem Betriebswerk.
Der Begriff stammt aus der Praxis der British Rail und ist im europäischen Bahnvokabular am stärksten verankert. Nordamerikanische Eisenbahnen verwenden eher Begriffe wie "motor replacement" oder "drive system overhaul", obwohl die Arbeit identisch ist. Museumseisenbannen und Museumsbahnen haben eine Renaissance der Umspulung von Fahrzeugen aus den 1950er und 1960er Jahren angestoßen, wo neue Motoren oft nicht mehr erhältlich sind und spezialisierte Spulenwerkstätten selten geworden sind.
Die Umspulung liegt zwischen vorbeugender Wartung und Fahzeugerneuerung. Sie verlängert die Betriebsdauer eines Chassis und einer Karosserie um 15 bis 25 Jahre, wobei Verschwendung und Kapitalaufwand für die Verschrottung funktionsfähiger Strukturen vermieden werden. Die Rentabilität hängt stark von den Stromkosten in der Region des Betreibers ab; hocheffiziente moderne Motoren rechtfertigen die Investition in Hochlast-Linien, während dünn besiedelte oder schwach belastete Strecken mit alten Motoren bis zur Außerbetriebnahme des gesamten Fahrzeugs auskommen können.