Sandkasten
Englisch: sandbox
Ein Behälter an Lokomotiven, aus dem Sand auf die Schienen vor den Antriebsrädern läuft, um Schlupf zu verhindern.
Sandbox: Schwerkraft-Reibungshilfe für Lokomotivräder
Ein Sandbox ist ein aus Stahlblech gefertigter Behälter, der am Rahmen einer Lokomotive befestigt ist, normalerweise über oder neben dem Kessel, und feinen trockenen Sand auf die Schienenoberfläche unmittelbar vor den Antriebsrädern abgibt. Der Sand erhöht die Reibung zwischen Rad und Schiene und verhindert Haftungsverluste, besonders beim Anfahren, beim Ersteigen von Steigungen oder unter nassen oder vereisten Bedingungen. Die meisten Sandboxen fassen je nach Lokomotivklasse 1 bis 3 Tonnen Sand und werden an Wasserstellen oder in Bahnbetriebswerken aufgefüllt.
Der Sand fließt aus dem Sandbox durch Rohre oder Rinnen, die in Düsen münden und so positioniert sind, dass sie Sand zwischen Schienenoberkante und Radlauffläche lenken. Die Steuerung erfolgt bei älteren Loks manuell durch ein Seil oder einen Hebel in der Kabine; bei Diesel- und modernen Dampfloks kann das System pneumatisch oder elektropneumatisch sein. Die Düsen haben verstellbare Öffnungen zur Regelung der Durchflussrate. Sand, der sich auf den Schienen ansammelt, wird durch Nachfolgezüge oder durch Gleisarbeiterkolonnen weggeräumt.
Häufige Probleme und Wartung
Die Sandqualität ist wichtig: feuchter oder verbackener Sand verstopft die Auslaufrinnen, und übergroße Körner verringern die Wirksamkeit. Eisenbahnunternehmen schreiben Sand mit bestimmter Körnung vor, normalerweise 0,1 bis 0,5 mm Durchmesser, und lagern ihn unter Dach. Im Winterbetrieb kann Sand durchfrieren, wenn Feuchtigkeit in den Behälter gelangt; einige Bahnen heizten die Sandboxen mit Dampfrohren oder installierten Sandtrockner. Undichte Dichtungen oder Korrosion können den Sandbox unbemerkt leeren und die Lokomotive genau dann ohne Reibungshilfe lassen, wenn sie am meisten benötigt wird.
Die Bezeichnung Sandbox leitet sich einfach von Inhalt und Form ab. Das Gerät ist seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts Standard bei Dampflokomotiven und wird auch heute noch bei Diesel- und Elektroloks eingebaut, obwohl moderne Traktionskontrollsysteme die Abhängigkeit von Sand als manuelle Maßnahme verringert haben. Bahnleute nennen das Aufbringen von Sand "Sanden" oder "die Sander einschalten". Bei Güterbahnen und Pendlerzügen wird eine ausreichende Sandversorgung als kritischer Wartungspunkt behandelt, besonders in Regionen mit starken Steigungen oder rauem Winterklima.