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Drucktechnik

siebdrucken

Englisch: screen-print

Tinte oder ein anderes Material durch ein vorbereitetes Sieb auf eine Oberfläche auftragen, um ein Bild, Design oder Muster zu erzeugen.

Siebdruck: Farbe durch Gewebe pressen für scharfe, kräftige Drucke

Beim Siebdruck wird Farbe oder Emulsion durch ein feines Gewebe auf einen Bedruckstoff gepresst: Stoff, Papier, Kunststoff, Holz oder Metall. Das Sieb hat Bereiche, die durch gehärtete fotografische Emulsion oder handgeschnittene Schablone blockiert sind, sodass die Farbe nur dort durchfließt, wo das Gewebe offen bleibt. Eine Rakel drückt die Farbe mit kontrolliertem Druck über das Sieb und erzeugt eine Schicht von typischerweise 10 bis 25 Mikrometern Dicke. Das Ergebnis ist ein flacher, deckender Druck mit scharfen Kanten und gleichmäßiger Farbdichte.

Die Gewebezahl liegt zwischen 40 und 380 Fäden pro Zoll, je nach Farbviskosität und gewünschtem Detailgrad gewählt. Grobere Gewebe (40, 110 TPI) nehmen dickere Farben auf und erzeugen kräftige Schichten für Textilien und Industrielacke. Feinere Gewebe (200, 380 TPI) halten dünne Farben für detaillierte Grafiken und Elektronikarbeiten. Drucksiebe werden aus Polyester-, Nylon- oder Edelstahl-Monofilament gewebt. Der Bedruckstoff liegt auf einer Rakelanlage oder Palette unter dem Sieb, das in einem Rahmen gehalten wird und manuell oder mechanisch auf das Werkstück abgesenkt werden kann.

Fotografische Vorbereitung und Farbchemie

Ein fotografisches Sieb beginnt mit einem leeren Gewebe, das mit lichtempfindlicher Emulsion beschichtet ist. Ein Filmpositiv (Film mit undurchsichtigem Bild und transparentem Grund) wird gegen das beschichtete Sieb gelegt und mit UV-Licht belichtet. Die belichtete Emulsion härtet aus, die unbelichteten Teile unter dem Filmpositiv werden ausgewaschen und hinterlassen Löcher in der Emulsion, wo die Farbe drucken wird. Dieses fotografische Verfahren ermöglicht die Herstellung feiner Details und präzise Passermarken. Alternative Methoden sind handgeschnittene Lack- oder Papierschablonen, schneller aber grober. Siebdruckfarben sind typischerweise Plastisol (Polyvinylchlorid in Weichmacher), Wasser-Acryl oder Lösemittel-basiert. Plastisol erfordert Wärmehärtung; Wasser-Acryl trocknet durch Verdunstung und eignet sich für Stoffe mit minimalem Aufwand; Lösemittel-basiert bietet schnelle Trocknung und funktioniert auf vielen harten Oberflächen, erfordert aber Belüftung.

Häufige Probleme sind Farbverlauf unter der Siebkante, verursacht durch falschen Rakelwinkel oder zu hohen Druck, und Emulsionszerstörung durch unzureichende Belichtungszeit oder Überexposition gegenüber Lösemitteln beim Reinigen. Drucken mit Abstand (kleiner Spalt zwischen Sieb und Bedruckstoff in Ruhelage) reduziert Verlauf und verlängert die Siebhaltbarkeit durch Begrenzung des Farbquetschens an den Rändern. Passermarken stellen sicher, dass mehrere Farbdrucke richtig übereinander passen. Genaue Positionierung des Bedruckstoffs auf der Palette und gleichmäßiger Rakeldruck sind entscheidend für einheitliche Ergebnisse.

Siebdruck dominiert die Textildekoration und erzeugt jährlich Millionen von bedruckten T-Shirts; er ist Standard in der Elektronikindustrie zum Auftragen von Lötpaste auf Leiterplatten und leitfähigen Beschichtungen auf Glas. Industrielle Anwendungen sind das Bedrucken von Keramik, Beschilderung und Produktkennzeichnung. Das Verfahren toleriert raue Oberflächen und kräftige Schichten besser als Offset- oder Flexodruck und eignet sich daher für strukturierte Bedruckstoffe. Bei Auflagenzahlen unter 1000 Stück pro Design bleibt Siebdruck billiger als digitale Alternativen. Die Rüstzeit und die Stückkosten sinken erheblich, sobald das fotografische Sieb hergestellt ist, was es für mittlere Auflagen und einfache Designs wirtschaftlich macht.

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