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Kfz-Technik

Halbautomatikgetriebe

Englisch: semi-automatic

Ein halbautomatisches Getriebe.

Halbautomatik: Kupplungsarbeit wird hydraulisch erledigt, nicht mit dem Fuß

Ein Halbautomatgetriebe nutzt hydraulische oder elektronische Stellglieder, um die Kupplung zu bedienen und die Gänge zu schalten. Das erspart das klassische Kupplungspedal. Der Fahrer wählt die Gänge manuell, entweder über einen Hebel oder über Schaltpaddles am Lenkrad, muss die Kupplung aber nicht selbst ein- oder ausrücken. Das Halbautomatgetriebe liegt zwischen einem vollmanuellen Getriebe, bei dem der Fahrer alles selbst regelt, und einem Vollautomatgetriebe, das alle Schaltvorgänge ohne Fahrereingabe übernimmt.

Das System arbeitet, indem es Motordrehzahl und Fahrereingabe erfasst und dann Hydraulikdruck befiehlt, um die Reibungskupplung im Schaltmoment auszurücken und wieder einzurücken, sobald der neue Gang sitzt. Schaltzeiten können extrem kurz ausfallen, in Rennwagen teilweise unter 100 Millisekunden. Manche Halbautomatgetriebe, sogenannte automatisierte Schaltgetriebe (AMT), verwenden das gleiche Grundkonzept wie ein manuelles Getriebe und bauen nur Stellglieder ein. Andere, wie in Supersportwagen oder einigen Doppelkupplungsausführungen, verfügen über speziell konstruierte Innenteile, die fast verzögerungsfreie Schaltvorgänge erlauben, indem der nächste Gang bereits vorgespannt wird, bevor der aktuelle Gang auskuppelt.

Varianten und Leistungsmerkmale

Doppelkupplungs-Halbautomatgetriebe arbeiten mit zwei separaten Kupplungen parallel, eine für ungerade Gänge und eine für gerade Gänge. Während der erste Gang herunterfährt, dreht sich der nächste Gang bereits hinter seiner Kupplung, bereit zum Einrücken. Diese Bauart erzielt Schaltzeiten von 8 bis 12 Millisekunden in hochleistungsgesteuerten Fahrzeugen. Einkupplungsausführungen sind billiger und einfacher, unterbrechen aber kurz die Kraftübertragung bei jedem Schaltgang, was der Fahrer als kurzes Durchatmen oder Zögerung spürt.

Frühe Halbautomatgetriebe, verbreitet in Rallyewagen der 1980er Jahre und einigen Straßenfahrzeugen, waren träge und ruckelig. Moderne Versionen, besonders Doppelkupplungsgetriebe, fühlen sich in der Sanftheit einem Vollautomatgetriebe näher an, behalten aber die Direktheit und Motorbremswirkung, die Fahrer schätzen. Die Zuverlässigkeit hängt stark von der Qualität des hydraulischen Regelsystems und der elektronischen Steuerungssoftware ab. Überhitzung der Kupplungen bei wiederholtem starkem Schalten kann das System beschädigen; manche Fahrzeuge haben einen Wärmeschutz, der aufeinanderfolgende Schaltungen drosselt, wenn Temperaturen steigen.

Der Begriff Halbautomatik spiegelt in der Fahrzeugtechnik die teilweise Automatisierung einer klassisch manuellen Aufgabe wider. Halbautomatgetriebe sind längst Standard bei Performance- und Luxusfahrzeugen und finden vermehrt in Serienmodellen Einsatz als kosteneffektive Mittelposition, besonders in Märkten, wo Vollautomatgetriebe im Vergleich zu manuellen Getrieben immer noch teuer sind.

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