Schot
Englisch: sheet
Ein Tau zur Einstellung der Segeltrimmung.
Schot: das Tau, das kontrolliert, wie ein Segel den Wind erfasst
Eine Schot ist ein Tau, das an der Schothorn (dem unteren achteren Eck) eines Segels befestigt ist. Ihre Aufgabe besteht darin, das Segel zu trimmen, indem sie den Winkel steuert, in dem das Segel auf den Wind trifft. Durch das Anziehen oder Lockern der Schot stellt ein Segler ein, wie sehr sich das Segel mit Luft füllt und wie die vordere Kante des Segels (das Vorliek) zur Windrichtung steht. Das unterscheidet sich von einer Halse, die das Segel selbst hebt und senkt.
Die meisten Segelschiffe führen mehrere Schoten mit sich, eine für jedes Segel. Ein Großsegel hat eine Großschot; eine Fock hat eine Fockschot. Bei größeren Booten laufen Schoten durch Blöcke und Taljen, um mechanischen Vorteil zu geben, da die Kräfte erheblich sein können. Eine Fockschot auf einer 12-Meter-Yacht unter voller Windstärke kann Spannungen von über 450 kg erleben. Schoten bestehen normalerweise aus Kunstfaserseil, meist aus Polyester (Dacron) oder Polypropylen, gewählt wegen Haltbarkeit und geringer Dehnung. Der Durchmesser reicht von etwa 12 mm bei kleinen Dingis bis etwa 25 mm oder mehr bei Ozean-Rennbooten.
Schotenhandhabung und Ausfallarten
Die Schot verläuft von der Schothorn durch einen Block an der Reling (genannt Schotenschäker oder Umlenkblock am Baum) und dann zurück zu einer Klampe, Winsch oder Handposition nahe dem Steuermann. Auf Rennbooten werden Schoten regelmäßig überlagert, d. h. auf einer Seite gelockert und auf der anderen Seite angedreht, wenn das Boot den Kurs ändert. Beschädigungen entstehen, wenn Schoten ausfransen, auf Beschlägen scheuern oder sich in der stehenden Takelage oder dem Baum verfangen. Eine Schot, die sich beim Überlagem verfängt, kann einen ungewollten Schlag verursachen, einen gefährlichen Kontrollverlust, bei dem der Baum violett über das Boot schwingt. Alte oder sonnenbeschädigte Schoten können unter Belastung reißen, besonders bei einer plötzlichen Böe oder wenn das Segel hart angedreht ist.
Das Wort selbst stammt aus dem Altenglischen und bedeutete ursprünglich ein Stück Tuch oder Stoff. Beim Segeltrimmung behielt es diese Assoziation, obwohl die moderne Verwendung das Tau stärker betont als seine Befestigung am Segel. Verwechslungen mit 'Beschlagtuch', dem Material oder dem Akt des Abdeckens, sind unter Nicht-Seglern verbreitet.
Bei Werften und Marinewerkstätten werden Schoten regelmäßig auf UV-Abbau überprüft, an den Befestigungspunkten gespleißt oder ersetzt und erneuert, wenn ein Boot mit neuen Segeln ausgerüstet wird. Richtige Schotenspannung und Winkel sind entscheidend für Segelform und Bootleistung; selbst kleine Anpassungen beeinflussen die Höhe, die Geschwindigkeit und die Stabilität. Eine gut gewartete Schot, die frei durch ihre Blöcke läuft, ist für die Besatzung unsichtbar; eine verfilzte oder verschlissene wird schnell zum Problem.