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Drucktechnik

Schaffuß

Englisch: sheepsfoot

Ein Druckerwerkzeug mit einer Klaue an einem Ende zum Hochhebeln von Satzformen.

Schafsfuß: der Hebel des Druckers zum Lockern von festsitzenden Letternsätzen

Ein Schafsfuß ist ein flacher Stahlhebel mit gekrümmtem oder gezacktem Ende, speziell dazu ausgelegt, festgespannte Metalllettern vom Drucktisch zu heben und zu trennen. Das Werkzeug ist etwa 30 bis 45 Zentimeter lang, an einem Ende spitz zulaufend und am anderen mit einer kleinen, nach unten zeigenden Klaue oder Gabel versehen. Drucker nutzen ihn, um die straffe Fixierung durch Spieße, Keile und Reibung zu brechen, die einen Satz während der Vorbereitung oder nach dem Druck halten.

Das Klauenende ist das Arbeitende und wurde konstruiert, um unter Kanten eines Schießrahmens oder zwischen Letternsätzen durchzuschlüpfen, ohne die empfindlichen Typen zu zerquetschen oder die Ausgleichsmaterialien zu beschädigen. Der flache Körper verteilt die Hebelkraft wirkungsvoll, ohne die Druckplatte zu zerkratzen. Im Gegensatz zu einem Zimmermannshebel ist ein Schafsfuß leichter und präziser geformt, denn die Risiken sind größer: ein verbogener Letternsatz oder ein gesprungener Schießrahmen stellen einen erheblichen Verlust dar, und eine verkratzte Platte beeinträchtigt die Druckregistratur.

Der Ursprung des Namens ist ungewiß, aber plausibel: die Klaue ähnelt der gespaltenen Hufe eines Schafes, und die Form des Werkzeugs erinnert an ein Schafsbein oder einen Schafsfuß. Der Begriff findet sich in Druckerei-Glossaren seit mindestens dem neunzehnten Jahrhundert. Einige Quellen deuten an, daß er möglicherweise von einem echten Schafsknochen als primitiver Hebel stammt, doch das ist Spekulation.

Schafsfüße unterscheiden sich je nach Gießerei und Druckerei leicht. Manche haben eine schärfere, stärker zulaufende Klaue, andere eine breiter und flacher ausgebildete Kerbe, um unter Spießen zu greifen. Ein guter Schafsfuß sollte einen glatten, abgerundeten Körper haben, damit er nicht an Typen hängenbleibt oder während des Drucks an Kleidung faßt. Die Stahlqualität ist entscheidend: ein weiches Werkzeug biegt sich unter Druck, und ein sprödes wird absplittern.

Der Schafsfuß gehört zu der kleinen Auswahl Hand­werk­zeu­ge, die im Buchdruckereibereich unverzichtbar sind: neben dem Schießrach und den Fahnen ist er ein einfaches mechanisches Werkzeug, das auf elementarer Hebelwirkung und gutem Stahl beruht. Der digitale Druck hat den klassischen Schafsfuß in den meisten gewerblichen Druckereien überflüssig gemacht, doch er bleibt Standard in Handpressenbetrieben und Ateliers für künstlerischen Druck, wo Metalllettern noch von Hand gesperrt und gedruckt werden.

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