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Bahntechnik

Seitenkette

Englisch: side chain

Bei manchen Eisenbahnen eine Kette, die an beiden Seiten einer mittigen Kupplung oder eines Puffers an jedem Ende eines Eisenbahnfahrzeugs befestigt ist und einen Haken zur Verbindung mit einer entsprechenden Kette am nächsten Fahrzeug im Zug hat.

Seitenkette: Sicherungsleitung für Eisenbahnfahrzeuge

Eine Seitenkette ist eine zusätzliche Kopplungseinrichtung, die seitlich an den Enden von Eisenbahnfahrzeugen angebracht ist und parallel zur Hauptkupplung oder zum Puffer verläuft. Sie besteht aus einer Kette mit je einem Haken an den Enden und dient zum Verbinden benachbarter Fahrzeuge in einem Zug. Während die Hauptkupplung unter normalem Betrieb die primären Zug- und Druckkräfte aufnimmt, fungiert die Seitenkette als mechanische Sicherheitsvorrichtung: Falls die Hauptkupplung während der Fahrt ausfällt oder sich löst, verhindert die Seitenkette, dass sich die Fahrzeuge vollständig trennen und zur Gefahr werden.

Die Seitenkette hat typischerweise eine Arbeitslänge von etwa 1 bis 1,5 Metern im gelockerten Zustand, was eine normale Beweglichkeit zwischen den Fahrzeugen ermöglicht und gleichzeitig straff genug bleibt, um sie im Falle eines Kupplungsausfalls zu sichern. Sie besteht normalerweise aus Flachstahl-Kette mit einem Durchmesser von 10 bis 16 Millimetern und ist mit geschmiedeten Stahlhaken ausgestattet, die an den Kettenenden vernietet oder verschweißt sind. Die Haken greifen in Laschen oder Ösen, die am Fahrzeugrahmenbefestigt sind, jeweils eine auf jeder Seite der Kupplungsfläche.

Seitenketten finden sich am häufigsten bei älteren oder Museumseisenbahnen sowie bei einigen Güterwagen und Rangierfahrzeugen. Moderner Personenverkehr nutzt oft ausschließlich automatische Kupplungen wie die Scharfenberg oder Kupplungstypen mit integrierten Fail-Safe-Mechanismen, wodurch separate Seitenketten überflüssig werden. Jedoch schreiben Güterbahnen und Industrieeisenbahnen in mehreren Ländern Seitenketten noch immer als gesetzliche Sicherheitsanforderung vor, besonders dort, wo Fahrzeuge häufig rangiert oder manuell gekuppelt werden.

Das Hauptschadensrisiko ist Korrosion und Versprödung. Ketten, die Witterung, Salzsprühnebel oder Industrieatmosphären ausgesetzt sind, können mit der Zeit schwächer werden, wenn sie nicht regelmäßig geprüft und geölt werden. Ein korrodiertes Kettenglied kann unter Stoßbelastung beim Ankuppeln reißen und die Sicherheitsfunktion aufheben. Haken können sich auch verbiegen oder abscheren, wenn eine Kupplung unter hoher Zugspannung ausfällt oder wenn sich die Kette während der Fahrt in Bahnanlagen verfangen hat.

Der Begriff Seitenkette unterscheidet diese Einrichtung von der Hauptkette oder Mittelkette, die Teil der Hauptkupplungsanlage bildet. Bei manchen Eisenbahnen wird die Einrichtung Sicherheitskette oder Kupplungssicherheitskette genannt. Die Nomenklatur spiegelt ihre Position (seitlich neben der Hauptkupplung) und ihre Funktion (Verhinderung einer vollständigen Trennung) wider. Sie verkörpert eine Ära der Eisenbahnpraxis, in der mechanische Redundanz bevorzugt wurde gegenüber dem Vertrauen auf einen einzelnen komplexen Kupplungsmechanismus.

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