Signalhalt
Englisch: signal check
Ein Ereignis, bei dem ein Zug vor einem roten Signal halten oder vor einem gelben Signal Fahrt reduzieren muss.
Signalhalt: wenn ein Zug auf ein restriktives Signalbild trifft
Ein Signalhalt tritt auf, wenn ein Lokomotivführer auf ein Signal trifft, das Rot (Halt) oder Gelb (Vorsicht) zeigt, und entsprechend durch Bremsen, Halten oder Geschwindigkeitsreduzierung reagieren muss. Dies ist ein routine Betriebsereignis in der Eisenbahnverkehrslenkung, keine Störung oder Fehlfunktion. Der Signalhalt erzwingt Geschwindigkeitsbeschränkungen und Zugabstände und verhindert Kollisionen sowie sichere Abstände durch Weichen, Nebengleise und gemeinsam genutzte Streckenabschnitte.
Rote Signale erfordern einen vollständigen Halt; der Zug muss stillstehen bleiben, bis das Signal auf Grün oder ein anderes freies Signalbild wechselt. Gelbe Signale (oder gleichwertige Vorsichtsbilder) erfordern vom Lokomotivführer, die Geschwindigkeit ausreichend zu reduzieren, um beim nächsten Signal anhalten zu können, falls dieses Rot zeigt. Einige Signalsysteme verwenden mehrere Zwischensignalbilder (Doppelgelb, blitzendes Gelb), um Lokomotivführer früher zu warnen und sanftere Geschwindigtsübergänge zu ermöglichen. Die verfügbaren Signalbilder hängen vom eingesetzten Signalsystem ab: Farblichtsignale, Formsignale oder moderne Kabinen-Zugsicherung mit kontinuierlicher Überwachung.
Signalhälte werden von Eisenbahnverkehrsunternehmen erfasst und als Betriebsdaten verfolgt. Häufige Hälte an bestimmten Orten können auf Überlastung, schlechte Fahrplanlage oder Signalzeitprobleme hindeuten. Auf stark belasteten Strecken erleben Züge regelmäßig mehrere Signalhälte pro Fahrt. Bei Güter- und Rangierbetrieb sind Signalhälte bei Rangierbewegungen und an Streckenweichen, wo viele Wege zusammenlaufen, zu erwarten.
Der Begriff beschreibt die Handlung des Lokomotivführers, Geschwindigkeit und Bremsarbeit als Reaktion auf das Signal zu kontrollieren. Er ist nicht gleichzusetzen mit einem Signalstörung oder Vorbeifahrt an einem Haltesignal (Signal Passed At Danger). Ein Signalhalt ist das System, das wie vorgesehen funktioniert; eine Vorbeifahrt ist eine Zuwiderhandlung, bei der ein Zug ohne Erlaubnis an einem roten Signal vorbeiführt. Lokomotivführer werden geschult, Signalhälte durch frühes Erkennen von Signals vorauszusehen und Fahrtregler und Bremse anzupassen, um unnötige Vollhälte zu vermeiden und Treibstoffeffizienz zu bewahren.
Bei Planung und Kapazitätsermittlung führen Signalhälte zu unvermeidlichen Aufenthaltszeiten auf der Strecke. Schnellere Beschleunigung nach einem Signalhalt, bessere Sichtweiten und optimierte Signalzeitgebung reduzieren alle die kumulativen Auswirkungen von Signalhälten auf Fahrtzeiten. Auf modernen signalisierten Eisenbahnen ist die Signalhalt-Häufigkeit eine wichtige Leistungskennzahl für Pünktlichkeit.