Signatur
Englisch: signature
Gruppe von vier oder einem Vielfachen von vier Blättern, die so bedruckt sind, dass sie nach dem Falten einen Buchblock bilden.
Lage: gefaltete Bögen, die einen Buchblock bilden
In der Buchbinderei ist eine Lage ein verschachtelter Stapel bedruckter Bögen, die beim Falten in der Mitte einen gebundenen Abschnitt oder eine Lage des fertigen Buches ergeben. Wenn man eine Lage auffaltet, sieht man, dass es sich tatsächlich um einen größeren Bogen handelt, der beidseitig bedruckt ist und mehrere Seiten in einer bestimmten Reihenfolge enthält. Nach dem Falten und Verschachteln mit anderen Lagen stimmen die Seitenzahlen überein und die Abschnitte stapeln sich zum Buchblock, bevor dieser in den Einband kommt.
Lagen entstehen in Vielfachen von vier Seiten, weil ein einfach gefalteter Bogen vier Seiten ergibt: zwei auf der vorderen Hälfte und zwei auf der hinteren Hälfte. Eine Lage kann je nach Anzahl der Faltungen 4, 8, 16 oder 32 Seiten enthalten. Die meiste Buchproduktion arbeitet mit 16-seitigen Lagen, die eine effiziente Nutzung großer Druckplattenformate mit handhabbarem Umgang beim Binden verbinden. Der Ausdruck stammt aus der alten Praxis, in der Rand jeder Lage ein kleiner Buchstabe oder ein Symbol gedruckt wurde, um dem Binder beim korrekten Sortieren zu helfen.
Seitenanlage, also die Anordnung der Seiten auf dem Druckbogen vor dem Falten, ist entscheidend für die Lagenherstellung. Die Seiten müssen so positioniert sein, dass sie nach dem Falten in korrekter Reihenfolge und Ausrichtung liegen. Jeder Fehler bei der Anlage macht die gesamte Lage unbrauchbar. Drucker verwenden Spezialsoftware zur Berechnung der Anlage, und der Bogen läuft zweimal durch die Druckmaschine (im Schön- und Widerdruck oder Wendedruckverfahren), um alle Seiten effizient auf Standardformate zu drucken.
Im Offsetdruck werden Lagen auf großen Bögen gedruckt, typischerweise 25 mal 38 Zoll oder größer, dann auf einer Faltmaschine gefaltet. Das Prägen und Falten muss präzise erfolgen; Falten oder Versatz führen zum Verschuss der gesamten Lage. In digitalen Druckworkflows können Lagen kleiner sein und von verschiedenen Originaldrucken gedruckt werden, aber der Verschachtelungs- und Sortierprozess bleibt gleich.
Lagen sind eine feste Produktionseinheit in der Buchherstellung. Die Seitenzahl eines Buches muss ein Vielfaches der Lagengröße sein, sonst müssen Leerseiten hinzugefügt werden. Ein 200-Seiten-Buch mit 16-seitigen Lagen benötigt genau 12,5 Lagen, daher müssen 224 Seiten gedruckt werden. Diese Vorgabe prägt das Buchdesign und erklärt, warum nicht alle Bücher auf runde Seiten- oder Bogenzahlen enden.