druckfertig
Englisch: camera-ready
Fertig zum Druck; bereit zur Veröffentlichung.
druckfertig: druckreife Vorlage ohne weitere Bearbeitung
Druckfertig bedeutet, dass eine Vorlage, ein Drucksatz oder eine digitale Datei vor dem Druck keine weitere Änderung mehr braucht. Der Begriff stammt aus der Offsetlithografie, wo Kameramänner fotografierte Drucksätze direkt aufnahmen, um Druckplatten herzustellen. Heute beschreibt er jede Masterdatei oder jeden physischen Aufbau, der alle Vorgaben für Farbseparation, Auflösung, Schnittmarken und Beschnitt erfüllt und bereit ist, auf Plattenmaterial belichtet oder an eine digitale Druckmaschine geschickt zu werden.
Der physische druckfertige Drucksatz ist heute weitgehend obsolet. Er war eine Zusammenstellung auf steifer Pappe oder Folie. Schriften, Bilder und Farbseparationen wurden geklebt oder gewachst und mussten exakt in Position sein. Jedes Element musste auf 0,5 Punkt genau stimmen. Konturlinien zeigten, wo die Farbübergänge stattfanden. Schnittmarken, Passermarken und Falzlinien wurden mit nicht druckendem Blaubleistift gezogen, damit sie nicht auf Film oder Platte erschienen.
Digitale druckfertige Dateien ersetzen heute in fast allen kommerziellen Druckereien die Aufbauarbeiten. Meist sind das PDFs oder native Dateien im CMYK-Farbraum mit mindestens 300 dpi für Offset- und Flexodruck. Alle Schriften müssen eingebettet oder vektorisiert sein; Bilder müssen verlinkt und in korrekter Auflösung beigelegt sein; Beschnitte müssen 0,125 bis 0,25 Zoll über die Schnittlinie hinausgehen; alle Separationen, Lackschichten oder Spezialfarben müssen auf separaten Platten oder PDF-Seiten liegen und klar gekennzeichnet sein. Dateien, die diese Anforderungen erfüllen, gehen direkt an die RIP-Software ohne Designereingriff.
Wann eine Datei nicht druckfertig ist
Häufige Fehler: RGB-Farbraum statt CMYK, was eine Umwandlung braucht und Farbverlauf riskiert; eingebettete Schriften mit Nutzungsbeschränkungen, die den Output verhindern; fehlende oder niedrig aufgelöste Bilder; falsche Schnittabmessungen; fehlende Schnitt- oder Passermarken; oder Spotfarbenangaben, die nie in Prozessfarbauszüge umgewandelt wurden. Eine Datei, die auf dem Monitor korrekt aussieht, kann in der Produktion fehlschlagen, wenn diese technischen Anforderungen ignoriert werden.
Der Begriff hält sich bis heute, obwohl in modernen digitalen Abläufen keine Kamera mehr involved ist. Maschinenführer erwarten, dass die Datei genau in dem Zustand ankommt, in dem sie direkt belichtet, geprüft und für den Druck vorbereitet werden kann. Jede Datei, die Korrektionen oder Größenänderungen braucht, geht zurück an die Designwerkstatt und verzögert den Druckzeitplan. Druckfertigkeit ist daher ein formaler Qualitätskontrollpunkt: Der Designer bestätigt, dass alle technischen Vorgaben erfüllt sind und die Datei direkt in die Produktion gehen kann, ohne überarbeitet zu werden.