Gefahrstellung
Englisch: danger
Haltzeichen eines Signals, üblicherweise in der Wendung 'auf Gefahrstellung'.
Gefahr: das Stoppsignal, das Züge zum Halten auffordert
In der Eisenbahnsignaltechnik wird ein Signal als "gefährlich" bezeichnet, wenn es das Aspekt zeigt, das den Fahrer zum sofortigen Halten auffordert. Dies ist der restriktivste Zustand, den ein Signal anzeigen kann und überlagert alle anderen Überlegungen. Der Begriff ist in Eisenbahnsystemen weltweit verbreitet, wobei die genaue visuelle Darstellung variiert: In Großbritannien ein rotes Licht; in einigen europäischen Systemen rot kombiniert mit einem horizontalen Arm oder einer Klinge. Ein gefährliches Signal bedeutet, dass die Strecke davor entweder besetzt ist, die Weichen unsicher gestellt sind oder eine Gegenbewegung im Gange ist.
Der gegensätzliche Zustand ist "frei" oder "außer Gefahr", wenn ein Signal einen erlaubenden Aspekt zeigt (grün oder gelb je nach Streckengeschwindigkeit und Abstand zum nächsten Signal). Zwischen diesen Zuständen liegen Zwischenaspekte wie gelb oder doppelgelb, die vor restriktiven Signalen davor warnen, aber dem Zug ermöglichen, mit verminderter Geschwindigkeit zu fahren. Formsignale zeigen Gefahr durch einen horizontal gehaltenen Arm oder eine Klinge; Lichtsignale zeigen sie durch ein rotes Linsenglas; mechanische Sichtliniensysteme verwenden andere Konventionen. Der spezifische Aspekt, der Gefahr bedeutet, ist immer in den Betriebsvorschriften für diese Eisenbahn definiert.
Ein Signal in Gefahrenstellung ist typischerweise das Ergebnis der Gleisfreimeldeanlage, die erkennt, ob ein Zug einen Streckenabschnitt besetzt. Wenn ein Abschnitt besetzt ist, sperrt sich das schützende Signal in Gefahrenstellung. Die Weichenanlage sperrt auch Signale in Gefahrenstellung, wenn die Weichen nicht korrekt für die erforderliche Strecke gestellt sind. Die Stellwerksanlage stellt sicher, dass keine Gegenbewegungen vorkommen: Wenn ein Signal, das eine Strecke schützt, frei ist, werden Signale, die Kreuzungen oder Gegenwege schützen, durch die mechanische oder elektronische Stellwerksanlage in Gefahrenstellung gehalten.
Fahrer müssen ein Signal in Gefahrenstellung immer befolgen und es als absolute Stoppanweisung behandeln. Ein Signal in Gefahrenstellung zu überfahren ist eine der schwerwiegendsten Verstöße im Eisenbahnbetrieb und kann zu Disziplinarmaßnahmen oder strafrechtlichen Anklagen führen, wenn es einen Unfall verursacht. Signale können ausfallen oder verdeckt werden; in solchen Fällen folgen Fahrer Ausweichregeln (oft das Signal als in Gefahrenstellung behandelnd, sofern andere Nachweise nicht das Gegenteil bestätigen). Der Zustand eines Signals in Gefahrenstellung wird kontinuierlich von Sicherheitssystemen überwacht und in Zugkontrollprotokollen erfasst.