Sonderfarbe
Englisch: spot color
In der offsetdruckerei jede farbe, die durch eine tinte erzeugt wird (pur oder gemischt) und in einem einzelnen druckgang aufgetragen wird.
Sonderfarbe: eine Druckfarbe, ein Druckgang, eine Farbe
Eine Sonderfarbe ist eine vorgefertigte Druckfarbe, die in einem einzigen Druckgang auf eine bestimmte Fläche eines Designs aufgetragen wird. Anders als bei der Prozessfarbe (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz), die Farben durch überlappende Rasterpunkte aufbaut, wird Sonderfarbe in einem Durchgang als einheitlicher Farbton aufgelegt. Der Drucker mischt die Farbe vor dem Druckstart nach einer genauen Formulierung und lädt sie in eine dedizierte Farbstation auf der Maschine.
Sonderfarben werden mit standardisierten Farbmesssystemen identifiziert, am häufigsten mit Pantone Matching System (PMS) Nummern. Ein Designer gibt PMS 185 (ein leuchtendes Rot), PMS 287 (ein Corporate Blue) oder PMS 871 (Gold-Metallic) an, und der Maschinenführer mischt die Farbe oder entnimmt ein vorgefertigtes Fass genau nach dieser Vorgabe. Das macht das Rätselraten bei der Farbwiedergabe überflüssig und garantiert Konsistenz über mehrere Druckauflagen, was für Markenidentität und Verpackungen entscheidend ist.
Der praktische Vorteil liegt in den Kosten und der Farbgenauigkeit bei kleinen Auflagen. Ein zweifarbiges Poster mit zwei Sonderfarben benötigt nur zwei Farbstationen und zwei Druckgänge, während das gleiche Design in Prozessfarben vier Stationen und deutlich präzisere Passermarken erfordert. Bei Auflagen unter 5.000 Blatt ist der Druck mit Sonderfarben oft billiger als mit Prozessfarben. Metallic-, Neon- und Weiße Deckfarben sind nur als Sonderfarben erhältlich; sie können nicht aus Prozessfarben gemischt werden.
Grenzen und Kompromisse
Sonderfarben werden teuer für farbige Fotografie oder Verläufe. Um ein Foto wiederzugeben, sind entweder vier Prozessauszüge oder 10 bis 15 Sonderfarben nötig, jede erfordert einen separaten Druckgang und ein eigenes Druckformativ. Der Name "Spot" stammt von der ursprünglichen Verwendung: das Drucken von kleinen, definierten Flächen in Vollton, nicht von durchgehenden Tonwertverläufen. Moderne Offset-Druckmaschinen können sechs, acht oder mehr Farbstationen fahren, aber jede zusätzliche Farbe kostet Zeit und Geld.
Passergenauigkeit entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Wenn Cyan und Gelb bei einem zweifarbigen Job um 0,1 Millimeter versetzt liegen, entsteht durch die Überlappung eine sichtbare Lücke oder eine unsaubere Kante. Tiefdruck und Flexodruck handhaben Sonderfarben anders, indem sie auf chemisch geätzte oder erhabene Oberflächen statt auf Druckfilme setzen, aber das Grundprinzip bleibt: eine Farbstation pro Farbe.