Standgewässer
Englisch: standage
Ein Wasserbecken, das sich in der Tiefe eines Bergwerks ansammelt.
Standage: Wasseransammlung am Grubengrund
Ein Standage ist eine Wassermenge, die sich in der tiefsten Stelle eines Grubenbaues ansammelt, normalerweise in der Sumpfsenke oder Bodenmulde, wo das Wasser durch die Schwerkraft natürlich zusammenfließt. Anders als ein bewusst angelegtes Absatzbecken entsteht es passiv überall dort, wo der Grubenboden am tiefsten ist. Tiefe und Volumen hängen ganz davon ab, wie viel Wasser eindringt und wie schnell es abgepumpt oder ausgeschöpft wird.
In Kohlegruben und Erzbergbaubetrieben sammelt sich Standage aus verschiedenen Quellen: Regenwasser, das durch Schächte und Stollen eindringt, Grundwasser, das durch die Kohleflöze oder das Gestein sickert, und Wasser aus der Ausgrabung nasser Schichten. Das Volumen kann von einigen tausend Litern in einem kleinen, abgebauten Bereich bis zu mehreren Millionen Litern in Tiefgruben mit schlechter Drainage reichen. Grubenleiter haben Standage schon immer als Ärgernis und Kostenfaktor behandelt, denn das Wasser muss ständig an die Oberfläche gepumpt werden, um Überschwemmungen zu vermeiden.
Pumpenanlage und Instandhaltung
Früher wurde Standage mit Handpumpen, Pferdeantriebspumpen oder Dampfmaschinen bewältigt; später wurden in modernen Gruben Kreiselpumpen oder Kolbenpumpen installiert, die über Rohre oder in den Grubenboden geschnittene Kanäle gespeist wurden. Der Standage selbst war oft die einzige verfügbare Wasserquelle in der Grube zum Trinken und Waschen, war aber von schlechter Qualität. Regelmäßiges Pumpen war auch ein informelles Zeichen für den Zustand der Grube: Ein unerwartet schneller Anstieg des Standage deutete auf einen neuen Wassereintritt hin, ein gefährliches Eindringen von Wasser von oben oder aus einer benachbarten Abbaustelle.Der Begriff ist heute weitgehend veraltet und wurde durch präzisere moderne Bezeichnungen wie Grubensumpf oder Grubenwasser ersetzt. Er hält sich aber in historischen Grubenunterlagen und älteren Fachschriften, besonders in britischen und europäischen Bergbautexten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Das Wort leitet sich vermutlich von der Idee ab, dass Wasser am tiefsten Punkt der Grube stillsteht oder stationär ist.