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Bauwesen

Stehfalz

Englisch: standing seam

Eine Nahtverbindung zwischen benachbarten Blechen einer Metalldeckung, bei der die Kanten zweier aneinanderliegender Bahnen nach oben gebogen und dann auf verschiedene Weise gefaltet oder ineinander verschlossen werden.

Stehfalz: eine hochstehende Metalldachnaht, die über die Dachfläche hinausragt

Ein Stehfalz ist eine vertikale Falte, die sich über die gesamte Länge eines Metalldachs erstreckt und an der Stelle entsteht, wo zwei benachbarte Panele Kante an Kante aufeinandertreffen. Der Falz ragt typischerweise 0,75 bis 1,5 Zoll über die Dachebene hinaus, je nach Falzsystem. Dieses erhabene Profil ist das kennzeichnende Merkmal: Im Gegensatz zu flachen Falzsystemen, die bei manchen Metalldachanwendungen verwendet werden, erzeugt der Stehfalz eine mechanische Verzahnung zwischen den Paneelen, die Wasser allein durch die Schwerkraft nach unten ableitet, ohne dass eine Dichtmasse in der Naht erforderlich ist.

Die tatsächliche Falzgeometrie variiert je nach Hersteller und Systemtyp. Bei einem einfachen Stehfalz werden die beiden Panelkanten vertikal hochgefaltet, dann nach innen gebogen und verzahnt, häufig mit einem speziellen Werkzeug. Bei einem mechanischen Verschlusssystem hat ein Panel einen männlichen Flansch und sein Nachbar einen weiblichen Kanal; sie greifen ineinander, ohne dass eine Befestigung in der Naht erforderlich ist. Bei einer Schnappverschlussvariante werden die Panele einfach ineinander gehakt und durch Reibung gehalten, was thermische Bewegungen zulässt. Die Panele selbst bestehen typischerweise aus Stahl (oft verzinkt oder beschichtet), Aluminium oder Kupfer und sind normalerweise 12 bis 24 Zoll breit.

Stehfalzdächer werden durch verdeckte Clips befestigt, die an den darunter liegenden Schienen oder der Unterkonstruktion angebracht sind, nicht durch die Falze selbst. Dieses verdeckte Befestigungssystem ist ein großer Vorteil: Keine Befestigungslöcher durchdringen die Wetterschicht, womit eine häufige Undichtigkeitsquelle entfällt. Die verdeckten Clips ermöglichen es dem Dach auch, sich bei Temperaturwechseln frei auszudehnen und zusammenzuziehen, was notwendig ist, damit Metalldächer über ihre Lebensdauer von 40 bis 60 Jahren dicht bleiben.

Ausfallmodi und Montageempfindlichkeit

Die Integrität eines Stehfalzdachs hängt vollständig von der korrekten Falzung bei der Montage und von Sauberkeit vor dem Versiegeln ab. Schmutz, Farbflocken oder Walzzunder, die vor dem Falzen in der Naht eingeschlossen sind, erzeugen einen Weg für Wassermigration, besonders bei waagerechten oder flachen Anwendungen. Das Falzwerkzeug muss richtig kalibriert sein, um eine konsistente Verschlusstiefe zu erreichen; Unterwalzen hinterlässt die Naht locker und anfällig für Öffnungen durch Windauftrieb, während Überwalzen das Metall verformen oder die Flansche knicken kann. Bei Dächern mit einem steileren Gefälle als 3:12 ist der Stehfalz nahezu ausfallsicher; bei fast ebenen Dächern wird die Nahtqualität entscheidend.

Der Begriff Stehfalz bezieht sich auf die Körperhaltung der Naht: Sie ragt von der Dachfläche auf, im Gegensatz zu einem Deckelfalz (bedeckt durch eine Kappe oder Blende) oder einem Flachfalz (bündig gefaltet). Der Stehfalz wurde in den 1980er und 1990er Jahren zum Industriestandard im Metalldachbau, verdrängte ältere Deckelfalz- und Flachfalzmethoden, da er besseren Wetterschutz, schnellere Montage und weniger Feldverbindungen bot. Heute ist er der dominierende Metalldachtyp in Nordamerika für Industrie-, Landwirtschafts- und Gewerbebäuser, wo lange Lebensdauer und niedrige Wartung wichtig sind.

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