abbauend fördern
Englisch: stope
In Form von Abbauen graben; Erz oder Gestein aus einem Bergwerk abtragen.
Stope: Abbau einer Erzader durch schrittweises Arbeiten nach oben
Ein Stope ist eine Abbauöffnung im Untertagebergbau, in der Erz aus einer Erzader oder einem Lagergang gewonnen wird. Der Begriff beschreibt sowohl den Hohlraum selbst als auch das Verfahren, ihn herzustellen. Im Gegensatz zum einfachen Schachtabteufen oder zum Längsfeldraub bedeutet Stoping, das Erz in einer Reihe von Stufen oder Bänken abzubauen, in der Regel nach oben von einer unteren Zugangsstrecke zur Oberfläche oder zu einer höher gelegenen Strecke. Das nach der Erzgewinnung verbleibende Material, genannt Versatzbrocken oder Versatzmaterial, stabilisiert die Wände und sichert die untertägige Struktur.
Die Geometrie eines Stopes ist abhängig von der Form des Erzlagers und dem Abbauverfahren. Bei einem Versatzstope bleibt das gesprengte Erz teilweise an Ort und Stelle, um die Wände zu stützen, während zusätzliches Material oberhalb abgebaut wird und mit fortschreitendem Abbau nach unten gezogen wird. Bei einem Etagen-Versatzbau wird nach jeder Sprengung der entstandene Hohlraum mit Bergematerial oder Flotationsrückständen verfüllt, bevor die nächste Sohle abgebaut wird. Ein Subniveaustope unterteilt das Erzlager vertikal in Abschnitte, von denen jeder von seinem eigenen Zugang aus bearbeitet wird. Der Zeller-Kammerbau wird bei schmalen, labilen Lagerstätten angewendet und nutzt Holzrahmen oder Stahlausbau, um die wachsende Öffnung zu versteifen.
Gefahren und Beschränkungen
Die Stabilität eines Stopes hängt von der Strebenfestigkeit, der Versatztqualität und dem Einfallswinkel der Erzader ab. Steil einfallende Adern (60 Grad oder steiler) lassen sich zuverlässiger abbauen als flach einfallende, bei denen der horizontale Druck kritisch wird. Versagensarten sind Strebeneinsturz, Hängebleibsel (Erz wölbt sich über einer Öffnung und fällt nicht nach) und Vermischung, bei der Gestein mit Erz gemischt wird, wenn die Grenzmauern nachgeben. Moderne Stopes in tragfähigem Gestein werden mit größeren Höhen und weiteren Spannweiten abgebaut als historische Baue, aber die Anforderungen an die Gebirgssicherung wachsen entsprechend mit.
Der Begriff selbst stammt aus der germanischen Bergbautradition, seine genaue Herkunft ist jedoch umstritten. Stoping erscheint in englischen Bergbautexten aus dem 16. Jahrhundert und wurde zur Standardbezeichnung im Hartgesteinbergbau weltweit. Kontinentale Bergleute verwendeten ähnliche Begriffe: Im Deutschen bedeutet Stoß ein Abbaufeld oder eine Abbausäule. Das Verfahren ist zentral für den untertägigen Hartgesteinbergbau von Gold, Kupfer, Nickel und Buntmetallen, wo die Gehalte und Tiefen den Tagebau unwirtschaftlich machen.
Die Effizienz des Stopeabbaus hängt von der Erzgewinnung, den Kostensicherungskosten und der Versatzsatz ab. Moderne Betriebe nutzen Lastwagen, Ankersysteme und Versatzmasse (Flotationsrückstände mit Zement vermischt), um Sicherheit und Gewinnung zu verbessern. Die Wahl zwischen Abbauverfahren bestimmt die Lebensdauer der Grube, die Investitionen und die Erzrückgewinnung und macht die Stopegestaltung zu einem Kernelement der Machbarkeitsstudien und Grubenplanung.