Gießereischlacke
Englisch: sullage
Die Schlackendecke auf der Oberfläche von flüssigem Metall in der Gießpfanne.
Sullage: die Schlackenhaut auf der Oberfläche von flüssigem Metall
Sullage ist die dünne, krustige Schicht aus oxidiertem Metall und Schlacke, die sich auf der Oberfläche von flüssigem Metall bildet, während es in einer Pfanne sitzt. Es ist nicht dasselbe wie die dichtere Schlacke, die sich am Boden der Pfanne absetzt, sondern eher eine Haut, die entsteht, wenn das Metall leicht abkühlt und mit der Luft und dem Pfannenfutter reagiert. Die Bildung erfolgt natürlicherweise während der Zeit zwischen dem Gießen und dem Abguss und ist in der Gießerei- und Stahlhüttentechnik nahezu universal anzutreffen.
Die Zusammensetzung der Sullage hängt davon ab, welches Metall gehalten wird. Beim Stahlguss besteht sie hauptsächlich aus Eisenoxid vermischt mit Silikaten und Tonerde aus dem Pfannenfutter. Bei der Aluminiumverarbeitung besteht die Schicht aus Aluminiumoxid (Korund), das sich schnell bildet und ziemlich dick werden kann. Farbe und Aussehen ändern sich, wenn das Metall abkühlt: frische Sullage kann dunkel und glänzend sein, während älteres Material matt und spröde wird. Die Schicht ist typischerweise einige Millimeter dick, variiert aber mit der Verweilzeit und der Metalltemperatur.
Vor dem Abguss muss die Sullage entfernt oder zumindest sorgfältig behandelt werden. Wenn sie mit dem Metall in die Form gelangt, wird sie zu einer harten Einlagerung im fertigen Abguss und kann zu Fehlern führen, die die Qualitätsprüfung nicht bestehen. Gießereiarbeiter verwenden Schöpfwerkzeuge, oft einfache flache Schaufeln oder Kellen, um die Oberfläche abzuschöpfen und die Sullage zur Seite der Pfanne, weg vom Ausgießstutzen, zu schieben. Einige Betriebe nutzen Keramik- oder Stahlstangen, um die Masse zu brechen und zu trennen. Der Zeitpunkt ist wichtig: schöpft man zu früh, bildet sich neue Sullage; wartet man zu lange, kühlt das Material ab und lässt sich schwerer entfernen.
Der Begriff Sullage kommt am häufigsten in britischer und europäischer Gießereienpraxis vor, während amerikanische Texte manchmal Scoria oder einfach Schlacke verwenden, um dasselbe zu beschreiben. Der Ursprung des Wortes ist unsicher, könnte aber in älteren Fachbegriffen für Erde oder Sediment liegen. Es unterscheidet sich von Dross, das normalerweise leichte Oxide bezeichnet, die auf flüssigen Nichteisenmetallen schwimmen, und von Skull, das teilweise erstarrtes Metall ist, das sich von den Pfannenwänden löst.
Übermäßige Sullagebildung deutet auf Probleme hin, die es zu untersuchen lohnt. Zu viel deutet darauf hin, dass das Metall zu schnell an Temperatur verliert, das Pfannenfutter verschleißt oder die Pfanne zu lange vor dem Abguss gehalten wird. Einige Gießereien geben dem Metall bewusst Flussmittelpulver auf die Oberfläche, um eine besser handzuhabende Schlackenschicht zu fördern und Einlagerungen zu verringern. Die Geschicklichkeit der Pfannenverwaltung, einschließlich der Sullagekontrolle, ist ein Teil dessen, was erfahrene Gießteams von unerfahrenen unterscheidet.