Tabellensatz
Englisch: tablework
Setzen von Tabellenmaterial im Buchdruck.
Tabellensatz: Schrift in Gittern und Spalten anordnen
Tabellensatz ist der Satz von Material, das in Zeilen und Spalten angeordnet ist, von einfachen Preislisten bis zu komplexen statistischen Tabellen. Im Bleisatz und in der Heißmetall-Komposition bedeutete dies, Schriftzeilen zu gießen und in ein präzises Gitter einzuordnen, getrennt durch Metalllinien und Abstände aus Material, die Durchschüsse und Quad genannt werden. Der Schriftsetzer musste exakte Spaltenlängen berechnen, Dezimalstellen oder Text über Zeilen hinweg ausrichten und das gesamte Netz aus einzelnen Metalllettern und Ausschlussmaterial aufbauen.
Die Komplexität des Tabellensatzes hing von der Gitterstruktur ab. Eine einfache zweispältige Preisliste erforderte unkomplizierte waagerechte Linien und gleichmäßige Durchschüsse. Mehrspaltige Tabellen mit ausgerichteten Ziffern, Fußnotenkennzeichen, Linien in den Feldern und unterschiedlichen Schriftgrößen erforderten echtes Geschick. Der Schriftsetzer musste die Zeilenlänge berücksichtigen, jede Spalte genau ausmessen und die Tabelle von unten nach oben im Druckrahmen aufbauen, ständig die Ausrichtung überprüfen, denn eine falsch ausgerichtete Letter würde die ganze Form durcheinanderbringen.
Technische Anforderungen und Akkordlöhne
Tabellensatz brachte höhere Akkordlöhne, weil Geschwindigkeit und Genauigkeit sich ausschlossen. Ein Schriftsetzer konnte nicht zu schnell arbeiten, ohne die Gefahr zu laufen, etwas falsch auszurichten oder Letters zu verlieren. Die Arbeit erforderte genaues Lesen der Vorlagen, um herauszufinden, welches Material in welches Feld gehörte, räumliche Beziehungen im Kopf zu berechnen, bevor man sie in Metall umsetzte, und regelmäßig Probedrucke zu machen, um Ausrichtungsfehler vor der Sperrung zu finden. Tabellen mit vielen Spalten oder unregelmäßigen Feldgrößen verlängerten die Satzzeit erheblich.
Der Übergang zum Kaltsatz und zum Fotosatz hat den handwerklichen Tabellensatz bis in die 1970er Jahre weitgehend überflüssig gemacht. Satzmaschinen wie die Linofilm und die Monophoto konnten Material mit mechanischer Präzision unterschneiden, abstände und ausrichten, während die Montage es ermöglichte, druckreife Tabellen fotografisch zusammenzusetzen. Der digitale Satz hob die Unterscheidung ganz auf: Tabellen wurden einfach eine weitere Datenstruktur im Ausgabestrom.
Der Begriff hält sich in der Druckterminologie, auch wo Metalltype nicht mehr verwendet wird, und bezieht sich auf die konzeptionelle Aufgabe, tabellarisches Material unabhängig von der Technologie richtig zu setzen. Die zugrunde liegende Herausforderung bleibt bestehen: Daten, die für ein Gitter gedacht sind, auf einer Fläche mit perfekter Ausrichtung und Klarheit umzusetzen.