Einschnitt
Englisch: incut
In einen reservierten Textbereich eingefügt, anstatt in die Hauptrandleiste.
Incut: Text oder Bild in einer Aussparung innerhalb des Fließtextes
Ein Incut ist ein typografisches oder gestalterisches Element, normalerweise ein Foto, eine Illustration oder ein Textblock, das in einem reservierten Freiraum innerhalb des Fließtextes einer Seite sitzt, anstatt in der Marginalien oder am Seitenrand. Der umgebende Fließtext umfließt es und schafft damit einen visuellen Ankerpunkt, der lange Textspalten aufbricht und den Blick des Lesers durch das Layout lenkt.
In der klassischen Offset- und Letterpressherstellung erforderten Incuts sorgfältige Messung und Planung in der Umbruchphase. Der Setzer ließ eine rechteckige oder geformte Aussparung in der Textsetzung, und das Bild oder der alternative Text wurde in diesem Raum in seiner tatsächlichen Größe montiert oder gesperrt. Digitale Layoutsoftware hat dies erheblich vereinfacht: Der Designer gibt die Incut-Abmessungen und das Textflusverhalten an, und die Seitenmake-up-Anwendung reflektiert den Text automatisch um die Form. Die meisten Programme ermöglichen es, den Incut unabhängig zu positionieren oder an eine bestimmte Textzeile zu verankern.
Gängige Varianten und Anwendungen
Incuts erscheinen in Zeitungen, Zeitschriften und technischen Publikationen, wo dichter Text visueller Entlastung bedarf. Ein Produktfoto in einer Verkaufsbroschüre, ein Callout-Kasten in einem Handbuch oder ein Pull-Quote in einem Artikel sind alltägliche Formen. Der Raum um den Incut ist normalerweise groß genug, dass das Auge ihn deutlich vom Fließtext unterscheiden kann, obwohl manchmal eine dünne Linie oder ein farbiger Hintergrund die Grenze unterstreicht.
Der Begriff unterscheidet diese Technik von Seitenkästen, die völlig außerhalb der Textspalte sitzen, und von Fließtext, der kontinuierlich ohne Unterbrechung läuft. Im Webdesign entsprechen Incuts grob gesagt schwebenden Bildern oder Textfeldern innerhalb von Artikelflüssen, obwohl die Web-Umgebung weniger präzise Kontrolle über die endgültige Positionierung bietet.
Der Name spiegelt die historische Realität wider: Der Setzer würde einen Raum nach innen aus dem Textfluss herausschneiden oder aussetzen, anstatt Material in die äußere Marginalien oder bei einem Spaltenumbruch zu platzieren. Falsch platzierte Incuts können die Zeilenlänge unbeholfen unterbrechen oder zu wenig Weißraum einschließen, was sie eng wirken lässt. Sorgfältige Lektorierung und Korrektur sind wesentlich, um sicherzustellen, dass der Text logisch um die Einfügung herumfließt und dass keine Wörter am Rand verwaist oder unbeholfen geteilt werden.