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Bahntechnik

Speisestation

Englisch: feeder station

Anlage, die Strom aus dem Stromnetz bezieht und diesen in die Oberleitung einer Eisenbahn einspeist.

Speisestation: wo Netzstrom auf die Schienen kommt

Eine Speisestation ist ein Umspannwerk, das Wechselstrom aus dem öffentlichen Stromnetz in die Spannung und Frequenz umwandelt, die das Fahrdrahtsystem einer Eisenbahn benötigt. Sie sitzt an der Grenze zwischen nationaler Strominfrastruktur und Bahnstromversorgung und empfängt typischerweise 110 kV oder höher von Hochspannungsleitungen, um es auf die 15 kV oder 25 kV herabzutransformieren, die von den meisten europäischen oder nordamerikanischen Eisenbahnnetzen verwendet werden.

Die Station enthält Transformatoren, Leistungsschalter, Trennschalter und Schutzeinrichtungen, die in einem Gebäude oder einer Freiluftanlage untergebracht sind. Der Strom fließt vom Netz durch den Primärtransformator, wo die Spannung herabgesetzt wird und gegebenenfalls die Frequenz umgeformt wird. Entscheidend ist, dass die Ausgabe dann durch Spartransformatoren oder Spannungswandler an mehreren Stellen entlang eines Gleisabschnitts, typischerweise alle 5 bis 10 Kilometer, in den Fahrdraht eingespeist wird. Diese verteilte Speisung verhindert übermäßige Spannungsabfälle und ungleichmäßige Belastung an einem einzelnen Einspeisepunkt.

Redundanz und Fehlerschutz

Ein gut ausgebildetes Bahnnetz hat Stationen so angeordnet, dass Züge auch Strom von benachbarten Stationen beziehen können, wenn eine ausfällt. Die Station verfügt über schnelle Schutzsysteme: Bei einem Kurzschluss im Fahrdraht (möglicherweise durch Stromabnehmer-Kontaktfehler oder einen herabgestürzten Leiter) muss der Leistungsschalter der Speisestation den Fehler innerhalb von Millisekunden erkennen und isolieren, um Schäden an Zügen und Infrastruktur zu vermeiden. Moderne Systeme nutzen digitale Relais und Erdschluss-Erkennung.

Stationen sind nur während Inbetriebnahme oder Wartung besetzt; der routinemäßige Betrieb läuft vollautomatisch und wird ferngesteuert vom Netzleitzentrum überwacht. Eine einzelne Speisestation kann 20 bis 40 Kilometer Doppelgleis-Hauptstrecke versorgen, abhängig vom Verkehrsaufkommen und Leistungsbedarf. Elektrifizierte Bahnen mit schwerem Güterverkehr oder häufigem Personenverkehr benötigen mehr Stationen als schwach belastete Strecken.

Der Begriff spiegelt die technische Hierarchie wider: Das Netz liefert Strom zur Speisestation, die dann das Bahnstromnetz speist. Im Unterschied zu einer einfachen Umspannanlage in Straßennetzen ist eine Bahnstrom-Speisestation immer so ausgelegt, dass sie den spezifischen Impedanzen, Schaltgeschwindigkeiten und Erdschluss-Charakteristiken von Fahrdrahtanlagen bewältigt.

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