Taungya
Englisch: taungya
Burmesische Anbauweise, bei der die Zwischenräume zwischen weit auseinanderstehenden Bäumen für eine Saisonkultur genutzt werden.
Taungya: Forstwirtschaft mit Zwischenfruchtanbau
Taungya ist ein Agroforstsystem, bei dem Nutz- oder Plantagegehölze in weitem Abstand gepflanzt werden, typischerweise 3 bis 4 Meter oder mehr auseinander, sodass in den Lücken während der ersten Jahre der Baumestablierung genug Licht für saisonale Feldfrüchte vorhanden ist. Der Landwirt pflanzt die Bäume im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung mit einer Forstbehörde oder einem Holzunternehmen und nutzt den Zwischenraum dann für Reis, Bohnen, Mais oder andere schnellwüchsige Kulturen, bis das Kronendach sich schließt und die Beschattung zu dicht wird. Sobald die Bäume ausreichende Größe erreicht haben, normalerweise nach 3 bis 5 Jahren, endet die landwirtschaftliche Phase und der Bestand geht in reine Holzproduktion über.
Das System stammt aus Burma (Myanmar) und hat sich in tropischen und subtropischen Regionen in Südostasien, Indien und Teilen Afrikas ausgebreitet, wo Arbeitskräfte verfügbar sind und Landknappheit herrscht. Die Plantagegehölze sind typischerweise Teak, Sal oder andere kommerziell wertvolle Harthölzer, wobei die genaue Art vom regionalen Klima und Markt abhängt. Der Abstand ist bewusst gewählt: eng genug, um eine angemessene Bestandsdichte für den Holzertrag zu sichern, aber offen genug, dass die Feldfrüchteproduktion rentabel bleibt und sich für den Landwirt lohnt.
Das System funktioniert, weil beide Seiten profitieren. Der Forstbetrieb erhält kostenlose oder billige Pflanzarbeiten und Jungbestandspflege, da der Landwirt wirtschaftlich daran interessiert ist, das Unterholz für den Anbau freizuhalten. Der Landwirt erzielt temporäre Einnahmen aus saisonalen Kulturen auf Land, das während der Baumestablierungsphase sonst unproduktiv wäre. Taungya-Verträge regeln typischerweise Anbaubeschränkungen, Baumschutzanforderungen und den Zeitpunkt, zu dem die landwirtschaftliche Phase enden muss.
Probleme entstehen, wenn das Baumwachstum durch Bodenqualität, Schädlingsbefall oder ungeeigneten Abstand schlecht ausfällt; wenn Unstimmigkeiten über Anbaurechte oder Baumeigentum auftreten; oder wenn der Landwirt zu lange nach dem Kronenschluss mit dem Anbau fortfährt und damit das wachsende Holz beschädigt. Bodenverschlechterung durch wiederholten Anbau ohne Brachezeit kann auch die langfristige Produktivität beeinträchtigen. Der Erfolg hängt stark von klaren Vertragsbedingungen, regelmäßiger Überwachung und Ortskenntnis sowohl der Kulturen als auch der Baumwachstumsanforderungen ab.
Der Begriff stammt direkt aus dem Burmesischen, wo er sich auf die Hügelland- oder Hochlandflächen bezieht, wo das System traditionell praktiziert wurde. Er bleibt in der Fachliteratur und in Politikdokumenten in der Region in Standardgebrauch, wobei das System selbst in manchen Gegenden wegen Arbeitskräftemangel und Landkonkurrenz zurückgeht.