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Landtechnik

Gerstenflugbrand

Englisch: barley smut

Eine Getreidekrankheit der Gerste, verursacht durch den Pilz Ustilago nuda.

Gerste Flugbrand: Pilzkrankheit, die das Getreide zerstört

Gerste Flugbrand ist eine Pilzinfektion, die das Gerstenkorn durch schwarze, rußartige Sporenmassen ersetzt. Die Krankheit wird durch Ustilago nuda verursacht, einen Erreger, der den sich entwickelnden Samen in der Blüte infiziert. Wenn der befallene Ährenbereich reif ist, zerfällt er zu einem dunklen Pulver aus Millionen von Sporen, statt verwertbares Getreide zu liefern. Dies macht infizierte Pflanzen für Mälzerei, Brauerei, Fütterung oder Saatgutproduktion wertlos.

Die Infektion erfolgt zur Blüte oder kurz davor, wenn Sporen auf die Narbe (weiblicher Blütenteil) treffen und in den sich entwickelnden Fruchtknoten eindringen. Der Pilz bleibt in der Samenschale ruhend und wird erst aktiv, wenn dieser Samen keimt. Diese verborgene Ruheperiode macht Flugbrand besonders schwer zu kontrollieren: befallenes Saatgut sieht normal aus und passiert die Reinigungsanlagen unentdeckt.

Flugbrand und Steinbrand

Zwei Formen des Gerstenbrandes verursachen unterschiedliche Schadmuster. Flugbrand, verursacht durch U. nuda, produziert freie Sporenmassen, die zur Rispenbildung in die Luft freigesetzt werden und auf Nachbarbestände übergreifen können. Steinbrand, verursacht durch U. hordei, behält Sporen in einer Membran, die der normalen Getreidehülle ähnelt. Beide reduzieren den Ertrag und verunreinigen das geerntete Getreide, wobei Steinbrand mechanisch leichter zu trennen ist.

Die Bekämpfung basiert auf Saatgutbehandlung mit Fungiziden statt auf Feldspritzung. Heißwasserbehandlung von Saatgut, früher in der Malzgerstenerzeugung üblich, tötet den ruhenden Pilz in der Samenschale ab, ohne die Keimung zu schädigen. Chemische Saatgutbeizmittel bieten zuverlässigeren Schutz und sind jetzt Standard. Resistenzzüchtung hat Sorten mit guter Flugbrandtoleranz hervorgebracht, obwohl vollständige Immunität nicht existiert.

Der Name Brand kommt vom rußig schwarzen Aussehen der Sporenmasse, die Ruß oder Holzkohlenstoff ähnelt. Im globalen Getreidehandel wird Brandbefall überwacht und typischerweise auf unter 1 Prozent Gewichtsanteil in Qualitätsvorgaben begrenzt. Schwere Brandinfektionen können eine Ernte unverkäuflich machen und eine Umklassifizierung von Mälzerei- zu Futtergerste erzwingen, mit erheblichem wirtschaftlichem Schaden.

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