Dreschplatz
Englisch: threshing floor
Boden einer Dreschstube oder ähnlicher Fläche, auf dem Getreide gedroschen wird.
Tenne: wo das Getreide auf Dreschflegel oder Maschine trifft
Eine Tenne ist eine harte, ebene Fläche, traditionell aus gestampfter Erde, Stein oder Beton, auf der Getreidearten geschlagen oder verarbeitet werden, um Körner von Spreu und Stroh zu trennen. Dies ist die Arbeitsfläche, auf der das eigentliche Dreschen stattfindet, ob von Hand, durch Tierkraft oder mechanische Mittel. Der Boden muss fest genug sein, um wiederholte Schläge auszuhalten, und glatt genug, dass Getreide nicht in Rissen oder Dellen verloren geht.
In Regionen, die noch traditionelle Methoden nutzen, sind Tennen oft runde oder rechteckige Plätze, 6 bis 15 Meter groß, in der Nähe der Scheune oder auf freiem Gelände. Sie sind hart und flach ausgeführt, so dass Bündel von geschnittenem Getreide darauf ausgebreitet und mit Dreschflegeln geschlagen oder von Tieren befahren werden können, um die Körner herauszutreten. Stein- oder Ziegelkonstruktion ermöglicht gute Drainage, was wichtig ist, da feuchtes Getreide schwer sauber zu dreschen ist. Viele Tennen sind leicht zu einer Seite hin geneigt, um Regenwasser abzuleiten.
Mit mechanischen Dreschmaschinen wurde die Tenne zu einer stabilen Basis für die Maschine selbst und zu einem Bereitstellungsbereich für das Einfüllen von Garben und das Sammeln der Ausgangsprodukte. Die Maschine steht auf der Tenne, Getreide wird an einem Ende eingefüllt, gedroschenes Getreide und Stroh treten an verschiedenen Stellen aus. Moderne Mähdrescher haben die Notwendigkeit einer separaten Tenne in der Landwirtschaft im großen Maßstab überflüssig gemacht, aber der Begriff bleibt in Regionen lebendig, wo kleine oder traditionelle Getreideproduktion weitergeführt wird.
Die Qualität der Tenne beeinflusst die Arbeit direkt: eine raue oder unebene Oberfläche verliert Getreide, verlangsamt das Handdreschen und kann Maschinenräder beschädigen. Eine schlecht entwässerte Tenne wird nach Regen zur Schlammfalle und verdirbt Getreide, das in Pfützen fällt. In trockenen Klimazonen wird Staub während des Dreschens zur Gefahr, daher werden einige Tennen vor Arbeitsbeginn leicht angefeuchtet, um fliegende Spreu zu bändigen.
Der Begriff spiegelt die Arbeitsteilung bei der traditionellen Getreideverarbeitung: die Tenne war gemeinsamer Raum, oft zwischen Nachbarn oder Familien geteilt, die ihre Ernte nacheinander dort verarbeiteten. Die Tenne selbst war eine Kapitalanlage, die vom Grundbesitzer oder der Gemeinde instand gehalten wurde, und ihre Beschaffenheit und Größe bestimmten, wie schnell eine Ernte verarbeitet werden konnte, bevor Wetterschäden oder Lagerkrise eintrat.