Thrill
Englisch: thrill
Bohren und Gewinde schneiden in einem Arbeitsgang mit einem computergesteuerten Werkzeug, das Bohrung und Gewinde in einer Bewegungsfolge erzeugt.
Thrill: Bohren und Gewindeschneiden in einem Arbeitsgang
Thrill bedeutet, ein Loch und sein Gewinde in einem Arbeitsgang zu fertigen, mit einem speziellen Werkzeugbit an einer CNC-Maschine. Das Bit dringt ins Werkstück ein, bohrt das Loch auf Maß und schneidet dann das Gewindeprofil in einem kontinuierlichen Vorschub, wodurch ein separater Gewindeschneidschritt entfällt. Das spart Zykluszeit und reduziert Werkzeugwechsel an der Maschine.
Das Thrill-Bit selbst ist ein komplexes Schneidwerkzeug, normalerweise aus Schnellarbeitsstahl oder Hartmetall, mit mehreren Schneiden, die für Bohr- und Gewindeschneidfunktion geschliffen sind. Das Bit muss steif genug sein, um die kombinierten Lasten aus Bohren und Gewindeschneiden ohne Durchbiegung zu verkraften, da sonst übergroße Löcher oder falsch gepitchte Gewinde entstehen. Die Kühlmittelzufuhr ist entscheidend, denn das Werkzeug muss die Temperatur halten, während es die Späne aus beiden Operationen bewältigt.
Wann Thrill funktioniert und wann nicht
Thrill ist am wirkungsvollsten bei Produktionsserien, wo das gleiche Gewindeloch mehrfach vorkommt, oder wo Loch- und Gewindetiefe bescheiden sind, normalerweise bis etwa das 2,5-Fache des Lochdurchmessers. Materialien, die sauber zerspanbar sind, wie Aluminiumlegierungen und Messing, sind ideal. Gusseisen, Edelstahl und zähe Materialien können zu Werkzeugbruch oder schlechter Gewindequalität führen, weil die kombinierten Schnittkräfte in der Gewindeschneidphase spitzen. Lochpositionstoleranz und Spindellauf werden kritisch, da jede Exzentrizität direkt zu einem Gewinde außerhalb der Toleranz führt.
Der Begriff Thrill ist ein Kofferwort aus Thread und Drill, wird aber in technischen Dokumentationen manchmal Thread-Drilling oder Kombinationsgewindeschneiden genannt. CNC-Steuerung ist unverzichtbar, denn das Werkzeug muss sanft von Bohr- zu Gewindeschneidgeschwindigkeiten und Vorschüben übergehen, ohne zu stoppen, und die Maschine muss enge Toleranzen bei Tiefe und Drehzahl halten. Manuelle oder konventionelle Maschinen können diesen Arbeitsgang zuverlässig nicht ausführen.
In der Großserienproduktion von Spritzgussteilen, in der Automobilindustrie und Luft- und Raumfahrt ist Thrill zum Standard für Befestigungslöcher, Sensorbosses und andere typische Befestigerlöcher geworden. Die Zeiteinsparung pro Teil ist gering, oft nur wenige Sekunden, addiert sich aber über zehntausende Teile. Der Nachteil sind Werkzeugkosten und die notwendige CNC-Fähigkeit, was Thrill bei Einzelstücken oder Kleinserien unrentabel macht, wo separates Bohren und Gewindeschneiden weiterhin der Standard sind.