enganliegend im Gesäßbereich
Englisch: tight-assed
Im Bereich der Gesäßabdeckung eng anliegend.
eng beninnt: Kleidungsstück, das im Gesäßbereich unangenehm spannt
Ein Kleidungsstück sitzt eng im Gesäßbereich, wenn der Stoff über den Gesäßmuskeln unangenehm fest anliegt, die Bewegungsfreiheit einschränkt und oft nach oben zieht oder Falten wirft. Dieser Fehler tritt besonders häufig bei Hosen, Jeans und eng anliegenden Röcken auf, wo die Nähte oder Stoffbahnen nicht genug Bewegungsspielraum oder Elastizität haben, um die Körperform des Trägers auszugleichen. Das Problem zeigt sich durch sichtbare Spannungslinien, die vom Gesäßbereich ausstrahlen, ein Gefühl, dass der Stoff nach oben gezogen wird, oder sichtbare Faltenbildung und Verformung in diesem Bereich.
Die Ursachen sind je nach Kleidungstyp und Schnitt unterschiedlich. Bei Webstoffhosen liegt das Problem meist an einer unzureichenden Schritttiefe, einer Innenbeinlänge, die das Kleidungsstück zu hoch in den Schritt und Gesäßbereich zieht, oder einer hinteren Taillenweite, die im Verhältnis zur Gesäßbreite zu klein ist. Bei Strickwaren können unzureichende Elastizität des Stoffes oder ein Schnitt, der von einem flacheren Gesäßprofil ausgeht, das gleiche Problem verursachen. Denim-Hersteller stoßen oft darauf, wenn Indigo-Stoff ungleichmäßig einläuft oder wenn die Five-Pocket-Konfiguration über die Größenreihen schlecht abgestuft ist.
Qualitätskontrollteams erkennen eng benimmte Kleidungsstücke durch Trageprüfungen und Schnittabstufungsprüfungen. Ein Prüfer läuft, sitzt, beugt sich und hockt sich in den Musterteilen hin, während ein Inspekteur auf Nahtbelastung, Stoffverformung und eingeschränkte Beweglichkeit in Hüfte und Oberschenkel achtet. Industrielle Fit-Modelle gibt es in verschiedenen Körpertypen genau aus diesem Grund, um systematische Fehlpassungen zu vermeiden. Der Fehler offenbart sich auch bei Retouren im Einzelhandel, wo Kundenfotos und Reklamationen auf Schnitte hinweisen, die sofortige Überarbeitungen brauchen.
Eine eng benimmte Passform zu korrigieren erfordert Schnittmusteranpassungen, nicht nur einfache Größenveränderungen. Schnittmustermacher können die hintere Gesäßbreite erhöhen, die hintere Taillenlinie anheben, die Schritttiefe vergrößern oder die Gesäßkurve anpassen, also den Bewegungsspielraum der hinteren Stoffbahn erhöhen. Elasthan hilft, marginale Passformen bei Freizeitkleidung zu kaschieren, kann aber schlechte Schnittgeometrie nicht vollständig kompensieren. Bei Premium-Maßschneidern ist der Begriff kaum gebräuchlich, weil individuelle Vermessung und maßgefertigte Anpassungen das Problem bereits beseitigen, bevor das Kleidungsstück den Kunden erreicht.