Torpedo
Englisch: torpedo
Kleine Sprengvorrichtung, die auf der Schienenkopf angebracht wird und beim Überfahren durch einen Zug ein Warnsignal erzeugt.
Torpedo: hörbarer Zugsignalgeber, der unter den Rädern explodiert
Ein Eisenbahn-Torpedo ist ein kleiner zylindrischer Schlagzünder, der auf dem Schienenkopf befestigt wird. Wenn ein Zugrad darüber rollt, zündet der Aufprall eine kleine Sprengladung im Inneren, die einen lauten Knall erzeugt und die Besatzung oder Arbeiter in der Umgebung alarmiert. Das Gerät ist rein akustisch; es enthält gerade genug Sprengstoff für Lärm, nicht um Gleis oder Fahrzeuge zu beschädigen. Die Explosion ist ungefähr so laut wie ein Schrotflintenschuss und ist in freier Luft mehrere hundert Meter weit zu hören.
Torpedos bestehen aus gestanzten Stahl- oder Aluminiumbehältern, typischerweise 5 bis 8 Zentimeter lang, gefüllt mit einer Knallquecksilber-Mischung oder Schwarzpulver. Ein federbelasteter Schlagbolzen sitzt unter dem Kontaktpunkt des Rades. Der Befestigungsmechanismus, oft ein einfaches Hebel- oder Bolzensystem, hält den Torpedo so fest am Schienenfuß, dass er unter normalen Vibrationen nicht verrutscht, lässt sich aber von Hand leicht entfernen, wenn er nicht mehr benötigt wird. Torpedos sind nicht wiederverwendbar; jede Zündung zerstört den inneren Mechanismus.
Torpedos werden auf der Schiene vor Straßenarbeiten, Gleisunterhalt oder Weichenbetrieb platziert, wenn Zugbesatzungen vor Gefahren gewarnt werden müssen. Ein einzelner Torpedo kann eine Viertelmeile oder mehr vor der Arbeitsstelle platziert werden, je nach Geschwindigkeitsbegrenzung und Sichtweite. Bei Nebel, Regen oder Dunkelheit, wenn Sichtzeichen übersehen werden können, bietet ein Torpedo ein ausfallsicheres Hörsignal. Mehrere Torpedos werden manchmal in Reihe platziert und zünden jeweils, wenn der Zug vorbeifährt, um die Warnung zu verstärken oder mehrere Gefahrenpunkte entlang einer Strecke zu markieren.
Das Gerät wird am häufigsten auf Nebengleisen, in Rangierbahnhöfen und auf Hauptstreckenabschnitten mit anwesenden Arbeitskolonnen verwendet. Weichen, Entgleisungsvorrichtungen und tragbare Warnleuchten werden normalerweise neben Torpedos als redundante Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt. In der modernen Praxis werden Torpedos oft mit Funkkommunikation und streckengebundenen Warnsystemen kombiniert, aber der Torpedo bleibt das technisch einfachste und zuverlässigste Backup, wenn elektrische Systeme nicht verfügbar sind oder die Funkkommunikation unsicher ist.
Der Begriff leitet sich von der Seewaffengattung ab, die ebenfalls auf Aufprall oder Nähe zur Zündung angewiesen ist. Der Eisenbahn-Torpedo erschien Ende des 19. Jahrhunderts und ist noch heute in Gebrauch, wobei Vorschriften und Normen je nach Gerichtsbarkeit und Eisenbahnbetrieb unterschiedlich sind. Handhabung, Platzierung und Entfernung unterliegen sicherheitsspezifischen Regeln des jeweiligen Betreibers und dürfen nur mit entsprechender Genehmigung und Schulung durchgeführt werden.