Einstiegsraum
Englisch: vestibule
Ein geschlossener Eingang am Ende eines Eisenbahn-Personenwagens.
Übergangssteg: das Akkordeon zwischen Zugwagen
Ein Übergangssteg ist der geschlossene, flexible Verbindungsgang, der zwei Eisenbahn-Personenwagen Ende an Ende miteinander verbindet. Er ermöglicht Zugpersonal und Fahrgästen, während der Fahrt zwischen den Wagen zu gehen, und schützt den Kupplungsmechanismus und die Spalte vor Wetter und Zugluft. Bei den meisten modernen Personenwagen ist der Übergangssteg ein permanentes Strukturelement, das an den Enden des Wagenkastens angeschweißt oder angeschraubt ist. Er hat ein flexibles Membran- oder Balgsystem, das sich beim Durchfahren von Kurven und Steigungswechseln zusammenzieht und ausdehnt.
Die Membran selbst besteht normalerweise aus verstärktem Gummi oder Kunstfaserstoff, der über ein Stahl- oder Aluminium-Rahmen gespannt ist. Sie muss dicht abschließen, um Regen und Schnee auszusperren, aber gleichzeitig frei flexen, ohne zu reißen oder zu klemmen. Der Übergangssteg beherbergt auch Sicherheitseinrichtungen: Handläufe, Griffstangen und bei vielen Bauarten ein unten angebrachtes Sicherungsseil oder eine Kabel, das eine vollständige Trennung bei Kupplungsausfall verhindert. An jedem Ende des Übergangsstegs befinden sich Türen, die auf die Plattformen der angrenzenden Wagen führen.
Häufige Probleme und Verschleißmuster
Übergangssteg-Membranen reißen oder zerreißen unter wiederholter Belastung, besonders bei extremen Temperaturschwankungen, wenn das Material versprödet. Wasserdichtungen um die Balg-Befestigung versagen, Regen tropft in die Bodenfugen des Wagenkastens. Der flexible Rahmen verbiegt und verformt sich nach Jahren von Kupplungsstößen, was zu klemmbaren Türen und schlechter Dichtungsgeometrie führt. Die Fahrgasttüren selbst klemmen im Winter durch Eisbildung oder quellen von Feuchtigkeitsaufnahme im Rahmen auf.
Der Begriff stammt direkt aus der Architektursprache und bezeichnet eine Eingangshalle oder ein Vorzimmer. Im Eisenbahnkontext verbreitete er sich in Nordamerika während des späten 19. Jahrhunderts, als Züge mit Übergangsstegen zum Standard auf Fernverkehrsstrecken wurden. Frühere offene Plattformkonstruktionen setzten Fahrgäste und Personal Wetter, Lärm und Kopplungsgefahren aus; der Übergangssteg löste alle drei Probleme, allerdings auf Kosten von zusätzlichem Gewicht und Komplexität. Heute ist er eine behördliche Vorschrift für alle Fahrzeuge des Personenverkehrs in den meisten Ländern.