Wharfinger
Englisch: wharfinger
Der Leiter eines Kais entlang einer Eisenbahnstrecke, das heißt eines Ortes zum Be- und Entladen von Gütern auf Zügen.
Wharfinger: Der Leiter eines Eisenbahn-Ladeplatzes
Ein Wharfinger ist die Person, die einen Hafen oder eine Anlage an einem Waterfront bzw. neben der Eisenbahn leitet, wo Güter zwischen Schiffen, Wagen oder Lagern umgeschlagen werden. Die Aufgabe besteht darin, den physischen Platz, die Arbeitskräfte und die Logistik des Gütertransports zu verwalten. Im Eisenbahnbereich beaufsichtigt der Wharfinger den Bahnsteig, Kräne, Wagen und Teams, die Güterwagen be- oder entladen. Das Amt existiert überall dort, wo Güter zwischen verschiedenen Verkehrsträgern oder zwischen Transport und Lagerung die Hand wechseln.
Wharfinger arbeiteten hauptsächlich in Häfen und an Binnenwasserstraßen, doch der Begriff bezog sich auch auf Eisenbahn-Ladeanlagen, besonders bei britischen und Commonwealth-Bahnen. Ein Wharfinger konnte einen kleinen Güterbahnhof für eine Stadt verwalten oder eine große Anlage für Eisen, Kohle, Getreide oder Fertigwaren leiten. Die Aufgabe erforderte Kenntnisse der Frachtumladepraxis, Gewichtsgrenzen für Wagen, Fahrpläne und die Dokumentation, die Güter durch die Anlage nachverfolgten. Einige Wharfinger waren direkt bei der Eisenbahngesellschaft beschäftigt, andere betrieben den Hafen unabhängig und erhoben Gebühren für dessen Nutzung.
Die Arbeit und die Befugnisse
Die Befugnisse des Wharfingers umfassten den physischen Betrieb des Hafens: Einteilung der Arbeitskräfte, Instandhaltung von Geräten wie Kränen und Drehscheiben, sichere Lagerung von Gütern und Absprache mit Zugpersonal über Zeitplanung und Platzierung von Wagen. Schlechte Organisation führte dazu, dass Wagen Leerlauf hatten, Lagerungsgebühren anfielen und Anschlüsse verpasst wurden. Ein fähiger Wharfinger hielt Güter in Bewegung und Kunden zufrieden. Die Aufgabe erforderte sowohl praktisches Wissen über den Umgang mit verschiedenen Frachtarten als auch verwaltungstechnische Fähigkeiten bei der Verwaltung von Dienstplänen und Frachtbriefen.
Der Begriff ist hauptsächlich in historischen Eisenbahn-Unterlagen und in rechtlichen Zusammenhängen erhalten geblieben. Moderne Entsprechungen sind Güterbahnhof-Leiter, Terminalleiter oder Depot-Betriebsleiter. Das Wort selbst stammt vom Niederländischen warf, das Hafen oder Dock bedeutet, mit dem Agentiv-Suffix -inger; es kam durch das mittelalterliche Handelsverkehr mit den Niederlanden ins Englische und wird seit über fünf Jahrhunderten verwendet, ist aber aus dem alltäglichen Sprachgebrauch verschwunden, da Häfen selbst seltener geworden sind und ihre Betriebe stärker mechanisiert worden sind.