Güterwagen
Englisch: wagon
Schienenfahrzeug zum Transport von Gütern oder Personen auf Eisenbahnen.
Wagen: der Güter- oder Personenwagen, den Schienen bewegen
Ein Wagen ist ein Schienenfahrzeug, das auf Schienen sitzt und von einer Lokomotive gezogen wird. Im Gegensatz zur Lokomotive selbst hat ein Wagen keinen Motor; er dient zum Transport von Ladung, sei es Güter, Passagiere, Post oder Wasser für Dampflokomotiven. Der Begriff umfasst im Allgemeinen alles von einer Flachform, die nackt genug für Stahlspulen ist, bis zu einer isolierten Box für Verderbliches bis hin zu einem Personenwagen mit Abteilen.
Bahnbetreiber ordnen Wagen nach Typ. Güterwagen umfassen offene Wagen (niedrige oder fehlende Seiten, geeignet für Kohle und Erz), Gedeckte Wagen (wettergeschützte Boxen für Getreide und Maschinen), Kesselwagen (zylindrische Druck- oder Schwerkraftbehälter für Flüssigkeiten und Gase), Tiefladewagen (abgesenkter Schwerpunkt für hohe Lasten) und Staketwagen (Rahmen mit abnehmbaren Pfosten). Personenstock, der bevorzugte Begriff für Wagen, kommt als Abteilwagen (einzelne geschlossene Räume entlang der Seite) oder Großraumwagen. Spezialwagen gibt es für Schüttgutbeton, gekühlte Waren und gefährliche Güter, jeweils mit spezifischen Zulassungsregeln.
Konstruktion bestimmt die Aufgabe. Ein Wagenrahmen ist typischerweise aus Stahl. Radsätze laufen auf Rolllagern und sitzen in einer guss- oder geschweißten Stahlaufhängung; ältere Konstruktionen verwendeten Blattfedern, moderne verwenden Schraubenfedern oder Gummiblöcke. Der Achsabstand und das Gesamtgewicht bestimmen den Verschleiß der Schiene und die Grenzwerte der Traktion. Ein typischer vierrädriger Wagen sitzt auf zwei Achsen; schwerere Wagen haben zwei oder drei Achsgruppen (Drehgestelle), um die Last zu verteilen. Bremsanlagen sind entweder mechanisch (Handrad, Personal betätigt) oder pneumatisch (Westinghouse oder Knorr auf Personenstock und modernen Güterwagen).
Überladung oder ungleichmäßige Belastung beschädigt Wagen und Schiene. Die Kupplung erfolgt durch Puffer und Kette oder automatische Kupplung: Scharfenberg- oder Tightlock-Kupplungen sperren und entkoppeln durch Steuerhebel, während ältere Stangen-und-Ketten-Systeme manuelles Verbinden erfordern. Radflats, Lagerverschleiß, Bremsfading und Rahmenrisse sind häufige Ausfallarten im Feld. Leere Wagen in langen Zügen können in Kurven instabil sein, wenn sie nicht korrekt gebremst werden. Wartungsintervalle hängen vom Einsatz ab: Nahverkehrs-Personenstock läuft täglich und benötigt häufiges Raddrehen; Saison-Güterwagen haben längere Ausfallzeiten zwischen den Fahrten.
Der Name Wagen stammt aus niederländischen und deutschen Wurzeln und verbreitete sich im 19. Jahrhundert auf englischsprachigen Eisenbahnen. In Nordamerika ist stattdessen der Begriff Car üblich. Die Stellung eines Wagens in einem Zug (Zugformation) ist durch Bahnregeln vorgegeben: beladener Stock vor Bremsen, Personenwagen in der Nähe der Lokomotive, gefährliche Güter weit entfernt von besetzten Wagen. Die Tonnage pro Achse und die Bremsleistung bestimmen, wie viele Wagen eine Lokomotive auf einer bestimmten Steigung bewegen kann.