Maglev
Englisch: maglev
Beschreibung eines Zuges, Systems usw., das mittels magnetischer Levitation betrieben wird.
Maglev: Züge, die auf magnetischer Kraft schweben
Ein Maglev-Zug nutzt starke Elektromagnete, um sich über einer Fahrschiene zu heben und anzutreiben und eliminiert damit die Reibung aus dem Rad-Schiene-Kontakt. Das Fahrzeug schwebt 10 Zentimeter oder mehr über der Schiene, getragen durch abstoßende oder anziehende magnetische Kräfte zwischen den Magneten des Zugs und Spulen, die in der Fahrschiene eingebettet sind. Diese Levitation beseitigt die Hauptquelle des Rollwiderstands und ermöglicht Maglev-Systemen, im kommerziellen Betrieb Geschwindigkeiten von 400 bis 600 Kilometer pro Stunde zu erreichen; experimentelle Prototypen überschreiten 600 km/h.
Es gibt zwei konkurrierende Maglev-Technologien. Elektromagnetische Suspension (EMS) nutzt anziehende Kräfte und zieht den Zug von unten gegen die Fahrschiene nach oben; der Zug ist von Natur aus stabil, erfordert aber anspruchsvolle aktive Regelungen, um den Spalt konstant zu halten. Elektrdynamische Suspension (EDS) nutzt abstoßende Kräfte und drückt den Zug weg von der Fahrschiene; dies ist passiv und bei hohen Geschwindigkeiten stabil, erfordert aber bei niedriger Geschwindigkeit Räder oder Stützen. EMS-Systeme dominieren die aktuellen Einsätze, darunter die Shanghai Maglev (seit 2002) und japanische Prototypen.
Energie- und Infrastrukturanforderungen
Maglev-Systeme verbrauchen bei Spitzengeschwindigkeiten etwa 30 bis 40 Prozent weniger Energie pro Passagier-Kilometer als konventionelle Hochgeschwindigkeitsbahnen, aber die Fahrschiene selbst ist teuer in Bau, Unterhalt und Nachrüstung. Die Kosten für die Fahrschiene übersteigen typischerweise die konventioneller Gleise um das Drei- bis Fünffache. Das System erfordert eigene Korridore mit strikten Freiräumen und kann Infrastruktur nicht einfach mit konventionellen Bahnen teilen. Seitenstabilität und Wetterbeständigkeit (Windlasten, Regenkontakt mit freigelegten Magneten) fügen eine Komplexität hinzu, die es bei Radfahrzeugen nicht gibt.
Der Begriff 'Maglev' ist eine Wortschöpfung aus 'magnetic levitation', geprägt in den 1960er Jahren, als die Elektromagnetische-Suspension-Technologie reifte. Das Konzept sprach grundlegende Grenzen des Rad-Schiene-Kontakts an: Haftungsgrenzen, Verschleiß, Lärm und Vibration. Während Maglev deutliche Geschwindigkeits- und Effizienzgewinne bietet, beschränkt sich der praktische Einsatz auf hochfrequentierte Korridore, wo sich die Kapitalinvestition über hohes Verkehrsaufkommen amortisieren lässt. Die Akzeptanz durch Fahrgäste bleibt in Regionen mit funktionierenden Systemen hoch.