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Bergbau und Gewinnung

Fuhrmann

Englisch: wagoner

Person, die das gewonnene Material von der Abbaufläche in Wagen fortschafft.

Fuhrmann: die Person, die Erz und Gestein aus der Grube transportiert

Ein Fuhrmann bedient die pferdegezogenen oder später motorisierten Wagen, die das gewonnene Material von der Abbaufläche zur Oberfläche oder in eine Aufbereitungsanlage befördern. In Hartgesteinsminen führt die Route des Fuhrmanns von der Strecke oder dem Pfeilerabbau über unterirdische Transportwege zu einer Schachtkörse, einer Ladestation oder einem Mundloch. Die Arbeit erfordert Urteilsvermögen bezüglich des Ladungsgewichts, des Streckenzustands und des Verhaltens von Tieren oder der Fahrzeughandhabung, da Überladung oder schlechte Beladung zu festgefahrenen Rädern in engen unterirdischen Passagen oder zu Verschüttungen führen kann, die den Verkehr blockieren.

In Steinkohleminen arbeiteten Fuhrleute historisch mit kleinen Förderwagen oder Trams auf Holz- oder Eisenschienen, die von Hand geschoben oder von Grubenpferden gezogen wurden. Ein gefüllter Wagen fasste je nach Flözmächtigkeit und Spurweite etwa 10 bis 15 Zentner. Der Rhythmus des Fuhrmanns bestimmte den Durchsatz: schnellerer Transport bedeutete mehr Schichten pro Tag und höhere Produktion, daher wurden Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit höher geschätzt als Vorsicht. In Metallminen wurden größere Wagen auf festen Gleisen oder Fahrzeuge auf Minenbahnen zum Standard, je tiefer und länger die Minen wurden.

Vom Grubenpferd zum Diesel

Der Übergang von tierischem zu motorisiertem Transport vollzog sich ungleichmäßig in der Branche. Kleine Gruben setzten bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts auf Grubenpferde, da diese weniger Kapitalinvestition erforderten und keinen Strom brauchten. Größere Betriebe wechselten zu Akkumulatorlokomotiven oder Dieselmotoren, die Züge von Förderwagen zogen. Ein Fuhrmann, der ein mechanisches System bediente, stand immer noch vor ähnlichen Herausforderungen: Lastenausgleich, Streckengefährdungen und Abstimmung mit den Arbeitern an der Abbaufläche. Die Fähigkeit lag darin, die Bodenverhältnisse zu beurteilen und zu erkennen, wenn eine Last unsicher oder eine Strecke blockiert war.

Der Fuhrmann nahm eine mittlere Position in der Grubenhierarchie ein. Unter den Grubenarbeitern (Abbauhauern), über den Hilfskräften oder Streckenwärtern verdiente ein zuverlässiger Fuhrmann regelmäßige Arbeit und etwas höheren Lohn. Unfälle waren häufig: Wagons außer Kontrolle, durch Sprengungen aufgescheuchte Pferde, zerquetschte Gliedmaßen durch herabfallende Lasten. In sehr engen oder steilen Strecken war die Arbeit anstrengend und erforderte manchmal Kinder, die klein genug waren, um in den Raum zu passen.

Bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts war der Begriff Fuhrmann im Bergbauvokabular der Industrieländer weitgehend verschwunden und wurde durch Begriffe wie Transportarbeiter, Bediener oder Fahrer ersetzt. Doch in kleinen handwerklichen Minen in Afrika und Südasien, wo Material noch per Handwagen oder Tierkraft bewegt wird, bleibt die Aufgabe unverändert: jemand muss das Erz von der Abbaufläche zur Oberfläche transportieren, und die Effizienz dieses Transports bestimmt immer noch die Leistung der Grube.

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