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Schiffbau und Werft

am Wind kreuzen

Englisch: beat

Gegen den Wind segeln durch eine Reihe von abwechselnden Wendemanövern über den Wind.

Kreuzen: Zickzackkurs gegen den Wind

Kreuzen ist das Segelmanöver, das erforderlich ist, wenn ein Schiff ein Ziel ansteuern muss, das direkt gegen den Wind oder nahezu gegen den Wind liegt. Da kein Segelboot direkt in die Windrichtung fahren kann, ändert der Steuermann wiederholt den Kurs und schlägt abwechselnd über den Wind hin und her. Mit jedem Kurs wird gegen den Wind Boden gewonnen, während die Segel wirksam bleiben. Jede Kursänderung heißt Wende, und der Gesamtfortschritt gegen den Wind ist das Kreuzen.

Die Effizienz beim Kreuzen hängt davon ab, wie hoch das Boot laufen kann, das heißt, wie nah es an die Windrichtung herankommt, ohne dass die Segel stall gehen. Die meisten Segelschiffe können beim effizienten Kreuzen einen wahren Windwinkel von 35 bis 45 Grad vom Bug erreichen. Bei starkem Wind vergrößert sich dieser Winkel; bei schwachem Wind können Boote mit gutem Höhelauf nähere Winkel erreichen. Jeder vollständige Zyklus, von einer Wende zur entgegengesetzten Wende und zurück, folgt einem Zickzackkurs, dessen Gesamtrichtung gegen den Wind ist.

Leistung und praktische Einschränkungen

Die Länge jedes Wendekurses hängt von der Entfernung zum Ziel, dem verfügbaren Manöverraum, der Strömung und der Geschicklichkeit der Besatzung ab. In beengten Gewässern wie Häfen oder zwischen Vorgebirgen müssen die Wenden kurz und häufig sein; auf offener See mit ausreichend Raum zum Manövrieren führen längere, weniger häufige Wenden zu weniger Segelmanövern und können die Gesamtstrecke verkürzen. Historische Handelsschiffe unter Segel kreutzten nur wenn nötig gegen ungünstige Winde, da das Verfahren langsam, arbeitsintensiv ist und die Tagesleistung reduziert.

Kreuzen ist körperlich anstrengend für die Besatzung, da jede Wende abgestimmte Segeltrimmung, Ruderbewegung und Gewichtsverlagerung erfordert. Bei rahgetakelten Schiffen war Kreuzen besonders beschwerlich; diese Schiffe laufen nicht so hoch am Wind wie Schiffe mit Schratsegeln und benötigen mehr und längere Wenden, um gleiche Fortschritte gegen den Wind zu machen. Moderne Schiffe mit Schratsegeln kreuzen effizienter und haben die Rahsegler auf Routen mit häufiger Windarbeit weitgehend verdrängt.

Der Begriff Kreuzen findet sich seit Jahrhunderten in maritimen Unterlagen und Literatur und bezeichnet einfach das wiederholte Zuwenden gegen den Wind, um Boden gegen den Wind zu gewinnen. In der modernen Segelschifffahrt bleibt Kreuzen unverzichtbar, wenn ein Schiff sich nicht auf Motorantrieb oder günstige Windrichtung verlassen kann, und Geschicklichkeit beim Kreuzen bleibt ein Merkmal nautischer Fähigkeit.

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