SpracheEnglishDeutsch
Drucktechnik

Take

Englisch: take

Die Menge an Satzmaterial, die ein Setzer auf einmal zur Verarbeitung erhält.

Take: eine Arbeitseinheit des Schriftsetzers

Im Bleisatz und der manuellen Schriftsetzerei ist ein Take eine abgegrenzte Menge Manuskripttext, die einem einzelnen Schriftsetzer zum Setzen in Blei zugewiesen wird. Die Menge variiert, aber ein Take umfasst typischerweise so viel Text, dass ungefähr eine Galeerenzeile gefüllt wird oder zwischen 500 und 1500 Wörter, je nach Schriftgröße, Spaltenbreite und Komplexität des Materials. Der Schriftsetzer erhält den Take mit Manuskript, das für Schrift, Größe, Zeilenabstand und spezielle Anweisungen gekennzeichnet ist, arbeitet ihn dann in seinem eigenen Tempo ab und gibt den gesetzten Blei an die nächste Produktionsstufe weiter.

Die Aufteilung des Manuskripts in Takes dient praktischen und wirtschaftlichen Zwecken. Sie ermöglicht mehreren Setzern, gleichzeitig an demselben Auftrag zu arbeiten, verkürzt die Gesamtbearbeitungszeit und verteilt die Arbeit in der Setzerei gleichmäßig. Takes schaffen auch natürliche Kontrollpunkte für Korrekturfahnen und Korrekturen, bevor der Blei zum Umbruch geht, wo einzelne Takes zu Seiten kombiniert und in die Druckform eingespannt werden. Ein Drucker bei der Planung eines großen Buches könnte es in zehn oder zwanzig Takes aufteilen und sie unter den verfügbaren Setzern verteilen.

Zeitungs- und Akzidenzteil-Druckereien verwenden typischerweise kleinere Takes, manchmal nur eine oder zwei Setzzeilen (ungefähr 80 bis 120 Wörter), um die Druckmaschine laufend mit frischem Material zu versorgen und schnellere Lieferzeiten bei Eilmeldungen oder Eilaufträgen zu ermöglichen. Bucharbeit nutzt gewöhnlich größere Takes, um Kosten zu sparen und gleichmäßigen Zeilenabstand und Stil über längere Textpassagen zu bewahren. Einige Schriftsetzer arbeiteten im Akkord und wurden pro Take bezahlt, was die Festlegung und Messung jedes Takes zu einer Frage der Lohnverhandlung und Werkstattpolitik machte.

Der Begriff spiegelt die physische Realität der Handarbeit wider: der Schriftsetzer nimmt das Manuskript wortwörtlich, setzt es und gibt das Ergebnis weiter. In modernen Offset- und digitalen Arbeitsabläufen ist das Konzept weitgehend verschwunden, obwohl der Text noch immer in logischen Einheiten durch die Produktion fließt. Das Verständnis des Take-Systems ist wesentlich, um historische Druckaufzeichnungen, Produktionstabellen und Werkstattkonten zu lesen, die Arbeit nach Takes anstatt nach fertiger Seite oder Buch dokumentieren.

Mehr aus Industrial printing

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.