Grundierung
Englisch: bottoming
Substanz zur Vorbereitung eines Materials zum Färben.
Bottoming: Faservorbereitung zum Öffnen der Fasern für Farbstoffaufnahme
Bottoming ist eine Vorbehandlung, die auf Textilfasern oder Stoffe vor dem Färben angewendet wird und die Faseroberfläche sowie die innere Struktur so verändert, dass sie Farbstoff gleichmäßiger aufnimmt und hält. Das Verfahren arbeitet mit chemischer oder mechanischer Einwirkung, um Öle, Appreturen und andere Rückstände aus der Herstellung zu entfernen, und kann die Faser selbst teilweise aufquellen oder entspannen. Dies macht den Unterschied zwischen fleckiger, ungleichmäßiger Färbung und gleichmäßiger, konsistenter Farbstoffaufnahme über die gesamte Charge.
Der Bottoming-Zusatzstoff selbst kann eine alkalische Lösung sein, oft mit Ätznatron (Natriumhydroxid) in Konzentrationen zwischen 2 und 8 g/l, manchmal mit zusätzlichen Tensiden oder Komplexbildnern. Baumwoll- und Leinenfasern reagieren stark auf alkalische Behandlung, die die Zellulose aufquellen lässt und die Zugänglichkeit der Farbstoffplätze erhöht. Synthetische Fasern können andere Chemie benötigen: Polyester braucht oft überhaupt kein Bottoming, während Acryl und Wolle von milder saurer oder neutraler Behandlung profitieren können. Die Wahl hängt völlig vom Faserstoff und der verwendeten Farbstoffklasse ab.
In der Praxis findet Bottoming in derselben Ausrüstung statt, die auch zum Färben verwendet wird, normalerweise in einem Färbebad (ein langes, schmales Becken mit sanfter Zirkulation) oder auf einer Mangle (eine Zweiroller-Maschine). Der Stoff wird in der Bottoming-Flotte getränkt und bei Temperaturen zwischen 40 und 80 Grad Celsius für 30 Minuten bis 2 Stunden durchgearbeitet, je nach Faserstoff und Gewicht. Die Flotte wird dann ablaufen gelassen, die Ware wird gespült und der Farbstoff wird unmittelbar danach oder nach dem Abkühlen aufgebracht. Wenn dieser Schritt übersprungen oder gehetzt wird, führt das zu ungleichmäßigem Farbaufzug, wobei einige Bereiche schneller Farbe aufnehmen als andere und sichtbare Streifen oder ein geflecktes Aussehen entstehen.
Häufige Probleme und Variationen
Übermäßiges Bottoming kann Fasern schwächen oder übermäßiges Schrumpfen verursachen, besonders bei Baumwollgestricken. Unzureichendes Bottoming führt zu schlechter oder ungleichmäßiger Farbstoffdurchdringung. Rückstände von Seife oder Tensiden im Stoff beeinträchtigen die Farbstoffbindung und sind eine häufige Ursache für mangelnde Reibechtheit. Hartes Wasser in der Bottoming-Flotte setzt Mineralien ab, die Farbstoffplätze blockieren, daher sind Wasserqualität und Komplexbildner wichtig. Einige Betriebe kombinieren Bottoming mit Entschlichtung (Entfernung von natürlichen Ölen und Wachsen) in einem Schritt; andere führen diese als separate Operationen durch.
Der Begriff stammt vom Sinn her, eine Grundlage zu schaffen: Man präpariert den Stoff, bevor man ihn färbt, genauso wie man einen Behälter präparieren könnte, bevor man ihn füllt. In der modernen Betriebspraxis wird Bottoming nicht mehr so universell angewendet wie früher, teilweise weil sich viele Farbstoffe und Faserstofftypen verbessert haben, und teilweise weil die zusätzliche Zeit und die Chemikalien Kosten verursachen. Für Cellulosefasern und tiefe Töne bleibt es jedoch unverzichtbar, um kommerzielle Farbqualität und Echtheitsstandards zu erreichen.