Chop and Drop
Englisch: chop and drop
Die Praxis, Pflanzen durch Schneiden auf Bodenhöhe zu entfernen, ohne die Wurzeln auszugraben.
Hacken und liegen lassen: Pflanzen schneiden, Wurzeln im Boden belassen
Hacken und liegen lassen ist das Verfahren, Pflanzen auf Bodenhöhe abzuschneiden und das Wurzelsystem unbeschädigt im Boden zu belassen. Das abgeschnittene Pflanzenmaterial bleibt dann vor Ort, entweder auf der Bodenoberfläche verteilt oder in die oberen Zentimeter als Mulch eingearbeitet. Im Gegensatz zum Mähen, das Biomasse vom Feld entfernt, führt Hacken und liegen lassen organische Substanz direkt dorthin zurück, wo sie gewachsen ist.
Das Verfahren bedient sich Schneidewerkzeugen von Macheten und Sicheln bis zu Freischneidern und handbetriebenen Mulchern, je nach Vegetationsdichte und Umfang. Bei holzigen Sträuchern und kleinen Bäumen schneiden Handsägen oder Motorsägen das Material auf oder knapp unter Bodenniveau. Das Wesentliche im Unterschied zu anderen Vegetationsentfernungsverfahren ist, dass die Wurzelstruktur erhalten bleibt, ob es sich um die faserigen Wurzeln einer einjährigen Zwischenfrucht oder die Pfahlwurzel eines mehrjährigen Strauches handelt.
Die Wurzeln im Boden zu belassen erhält die Bodenstruktur und Mykorrhiza-Netzwerke, die sonst durch Graben oder Umbruch zerstört würden. Die verfallenden Wurzelkanäle verbessern in nachfolgenden Jahreszeiten die Wasserdurchlässigkeit und Belüftung. In mehrjährigen Systemen wie Obstgärten oder Weinbergen vermeidet dieser Ansatz Kosten und Störungen durch Stammrodung. Bei einjährigen Kulturen, die als Gründüngung angebaut werden, erhöhen die zersetzenden Wurzeln Stickstoff und organischen Kohlenstoff im Bodenprofil.
Hacken und liegen lassen ist verbreitet in Agroforstwirtschaft, Permakultur und regenerativer Landwirtschaft, wo der Biomassekreislauf Vorrang vor rascher Aufräumung hat. Kaffeebauern nutzen es, um Schattenbäume und stickstoffbindende Leguminosen zwischen den Reihen zu bewirtschaften. Kleinbauern in tropischen Regionen wenden es an, um Unkraut zu bekämpfen und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit zu steigern. Das Schnittmaterial zersetzt sich je nach Feuchte, Temperatur und Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis über Wochen bis Monate.
Nachteile sind verzögerter Feldzugang bei sperrigem Material, potenzielle Schädlingshabitate, wenn das Schnittgut nicht rasch zersetzt wird, und unvollständige Unkrautbekämpfung, wenn der Schnitt flach ausfällt oder das Nachwachsen kräftig ist. In feuchten Klimazonen kann dicke Residuenbedeckung anaerobe Bereiche erzeugen. Das Verfahren funktioniert am besten, wenn Pflanzenmaterial zart genug ist, um innerhalb einer Saison zu zerfallen, und wenn Nachwuchs aus verbleibenden Wurzeln entweder gewünscht oder beherrschbar ist.