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Bahntechnik

CTC

Abkürzung für Centralized Traffic Control, ein zentralisiertes Verkehrsleitsystem.

CTC: Eisenbahnlenkung aus einem zentralen Stellwerk

Centralised Traffic Control (CTC) ist ein System, in dem ein einzelner Fahrdienstleiter oder ein kleines Team von Fahrdienstleitern die Zugbewegungen im gesamten Eisenbahnnetz oder in einem großen Abschnitt davon von einem zentralen Ort aus steuert. Statt dezentraler Relaisstellwerke entlang der Strecke werden Gleisfreimeldungen und Signale zu einer Zentrale zurückgeführt, wo der Fahrdienstleiter die Zugpositionen in Echtzeit sieht und Fahraufträge erteilen kann. Der Fahrdienstleiter übt volle Kontrolle über Weichen, Signale und Gleisbelegung über dutzende oder hunderte von Kilometern Streckenlänge aus.

Eine CTC-Anlage besteht aus drei Ebenen: die Außenanlage (Gleisfreimeldungen, Signale, Weichenantriebe), die Relaislogik oder Computerhardware in der Zentrale und die Fahrdienstleiterbefähle. Historisch war diese Befähle ein großes beleuchtetes Schaltbild, ein sogenanntes Meldebild, das Gleisabschnitte als Lampen zeigte, wobei beleuchtete Linien belegte Gleise darstellten und Signale als farbige Signalbilder angezeigt wurden. Modernes CTC verwendet Bildschirme und Bedientastaturen. Die Datenübertragung erfolgt von der Außenanlage über Kabelleitungen oder, zunehmend, über dedizierte Kommunikationsnetze.

Varianten und Anwendung

CTC verbreitete sich Mitte des 20. Jahrhunderts auf nordamerikanischen Eisenbahnen und wurde Standard für Güter- und Personenverkehrsnetze. Es ermöglichte den Betrieb längerer Züge mit weniger Personal und kürzeren Zugfolgeabständen. Europäische Eisenbahnen führten CTC selektiver ein und behielten oft lokale Stellwerke für kurze Abschnitte bei. CTC funktioniert am besten auf eingleisigen oder zweigleisigen Strecken, wo eine zentrale Stelle den Verkehrsffluss steuern kann; es ist weniger verbreitet in dicht signalisierten Stadtnetzen mit vielen Verzweigungen. Automatische Zugbeeinflussung (ATP) und später das Europäische Zugbeeinflussungssystem (ETCS) haben andere Architekturen, behalten aber oft CTC-ähnliche zentralisierte Steuerfunktionen für die Einhaltung des Fahrplans bei.

Ausfallszenarien beim CTC umfassen Kommunikationsverlust zwischen Außenanlage und Zentrale (was alle Signale auf Halt schaltet), Ausfälle von Gleisfreimeldungen (wodurch der Fahrdienstleiter Züge nicht lokalisieren kann) und menschliche Fehler bei der Erteilung widerspruchsvollen Fahraufträgen. Moderne Systeme enthalten Logik für gegenseitiges Ausschließen in der Zentraleinheit selbst, um unmögliche Befehle zu verhindern, etwa das Stellen widerspruchsvoller Weichen oder die Freigabe von Signalen in besetzte Gleisabschnitte. Ältere Anlagen verließen sich teilweise auf die Sorgfalt des Fahrdienstleiters und die Überwachung durch Personal vor Ort.

Der Begriff "zentralisiert" spiegelt das Wesensmerkmal wider: Die Autorität ist zentralisiert. Das unterscheidet sich von Stellwerkslenkung, wo ein Stellwerksleiter in jeder Betriebsstelle lokale Autorität über einen Abschnitt hat, und von der automatischen Blocksteuerung, wo Züge Signale selbst über Gleisfreimeldungen steuern. CTC liegt dazwischen: Es ist manuell (vom Fahrdienstleiter gesteuert), aber zentralisiert, was es für Eisenbahnen geeignet macht, die menschliches Urteilsvermögen und Koordination über große Entfernungen benötigen, ohne die Kosten vieler lokaler Stellwerke.

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